Kleinstkapitalgesellschaften-Bilanzrechtsänderungsgesetz

MicroBilG

Das Kleinstkapitalgesellschaften-Bilanzrechtsänderungsgesetz (MicroBilG) erleichtert Kleinstkapitalgesellschaften die Rechnungslegungs- und Offenlegungsvorschriften.

Das MicroBilG wurde durch Zustimmung des Bundestags am 29.11.2012 und des Bundesrats am 14.12.2012 verabschiedet. Es setzt die von der EU im April 2012 verabschiedete "Micro-Richtlinie" (2012/6/EU) in nationales Recht um.

Was besagt MicroBilG?

  • Ein Anhang muss nicht mehr erstellt werden, wenn bestimmte Angaben unter der Bilanz ausgewiesen sind (unter anderem zu Haftungsverhältnissen).
  • Weitere Optionen, um im Jahresabschluss die Darstellungstiefe zu verringern - in Form von vereinfachten Gliederungsschemata.
  • Offenzulegende Jahresabschlüsse lassen sich beim elektronischen Bundesanzeiger hinterlegen anstatt sie zu veröffentlichen.

Der Assistent für die Offenlegung der Jahresabschlussdaten beim Bundesanzeiger wird voraussichtlich ab April 2013 die Hinterlegung unterstützen.

Für wen gilt MicroBilG?

Das MicroBilG ist gültig für Kleinstkapitalgesellschaften, deren Abschluss-Stichtag nach dem 30. Dezember 2012 liegt. Außerdem darf die Kleinstkapitalgesellschaft an zwei aufeinander folgenden Abschluss-Stichtagen nur einen der folgenden Schwellenwerte überschreiten:

  • Bilanzsumme bis 350.000 Euro
  • Umsatzerlöse bis 700.000 Euro
  • Durchschnittliche Zahl beschäftigter Arbeitnehmer bis 10

Was ist in der Zukunft zu erwarten?

Im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens zum MicroBilG kündigte der Bundestag an, im Handelsgesetzbuch das Ordnungsgeldverfahren zu modernisieren, wenn die Offenlegungspflicht durchgesetzt wird: Es wird gefordert, dass das Mindestordnungsgeld von derzeit 2.500 Euro auf 500 Euro für Kleinstkapitalgesellschaften und 1.000 € für kleine Gesellschaften gesenkt wird.

Ebenso wird gefordert, dass im Gesetz ausdrücklich das Verschulden als Voraussetzung für ein Ordnungsgeld vorzusehen ist und gegebenenfalls Verschuldungskriterien zu regeln sind. Zusätzlich soll eine Regelung für die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand geschaffen werden, um unbillige Härten zu mildern. Abschließend soll noch ein Verfahren eingeführt werden, das eine einheitliche Rechtsprechung in Fällen divergierender Rechtsprechung zu grundsätzlichen Fragen des Ordnungsgeldverfahrens ermöglicht.

Mit entsprechenden Regelungen hierzu wird noch in dieser Legislaturperiode gerechnet. DATEV hält Sie stets auf dem Laufenden!

Noch Fragen?

Fragen zu MicroBilG beantwortet Ihnen gerne ein DATEV-Mitarbeiter.

Kontakt aufnehmen