Rechtlicher Hintergrund

Seit Januar 2001 ist die Teilnahme am Verfahren der externen Qualitätskontrolle zwingende Voraussetzung für alle, die gesetzliche Abschlussprüfungen durchführen. Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer und genossenschaftliche Prüfungsverbände sind verpflichtet, sich der externen Kontrolle durch einen unabhängigen und qualifizierten Berufskollegen zu unterziehen, sofern sie die Qualifikation als gesetzlicher Abschlussprüfer erwerben, bzw. ihr Geschäftsfeld "gesetzliche Abschlussprüfungen" weiterhin betreiben möchten.

Gegenstand der Prüfung sind die Kontrolle der Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Qualitätssicherungssystems sowie der Einhaltung der getroffenen Regelungen. Dies alles kommt auf den Prüfstand und wird im Erfolgsfall von einem externen Berufskollegen bescheinigt. Die erste große Welle der externen Qualitätskontrolle endete 2006. Ursprünglich galt ein dreijähriger Turnus bis zum nächsten Kontrolltermin. Dieser Zeitraum wurde jedoch mit In-Kraft-Treten des Berufsaufsichtsreformgesetzes (BARefG) am 6. September 2007 für Wirtschaftsprüfer, die keine Abschlussprüfungen von Unternehmen des öffentlichen Interesses im Sinne des § 319a HGB durchführen, auf sechs Jahre verlängert. Die Mehrzahl der betroffenen Wirtschaftsprüfer hat daraufhin bei der Wirtschaftsprüferkammer einen Antrag auf Verlängerung der Teilnahmebestätigung gestellt.

Vorgehensweise in der Prüfung

Die externe Qualitätskontrolle wird durch drei Organe getragen und gesichert:

  • den Prüfer für Qualitätskontrolle,
  • die Kommission für Qualitätskontrolle und
  • (seit 2005) die Abschlussprüferaufsichtskommission (APAK).

Die externe Qualitätskontrolle mündet in einen Qualitätskontrollbericht des Prüfers, der abschließend der Kommission für Qualitätskontrolle zur Entscheidung vorgelegt wird. Der Prüfer ist ein Berufsangehöriger, der die Voraussetzungen gem. § 57a Abs. 3 WPO erfüllt, bei der Wirtschaftsprüferkammer registriert und in seiner Funktion in das öffentliche Berufsregister eingetragen ist. Durch das am 1. Januar 2005 in Kraft getretene Gesetz zur Fortentwicklung der Berufsaufsicht über Abschlussprüfer in der WPO (Abschlussprüferaufsichtsgesetz - APAG) ist die freie Auswahlmöglichkeit des Prüfers für Qualitätskontrolle deutlich eingeschränkt worden. Die zu kontrollierende Person hat bei der Kommission für Qualitätskontrolle drei Vorschläge für mögliche Prüfer einzureichen, und diese Kommission erhält ein Widerrufsrecht. Sie stellt als Organ der Wirtschaftsprüferkammer und gemäß § 57e WPO die Organisation des Prüfverfahrens sicher. In ihren Zuständigkeitsbereich fallen unter anderem die Erteilung von Teilnahmebescheinigungen und die Entscheidung über Maßnahmen bezüglich des Qualitätskontrollverfahrens.

Treten in der geprüften Kanzlei begründete Mängel in der Qualitätssicherung zu Tage, kann die Ausstellung einer Teilnahmebescheinigung verweigert werden. Die APAK ist aufsichtlich der WPK vorangestellt. Die APAK besteht als personelle und inhaltliche Erweiterung des Qualitätskontrollbeirats der WPK aus mindestens sechs und höchstens zehn ehrenamtlichen Mitgliedern. Die Mitglieder der APAK sind gegenüber der WPK unabhängig und nicht weisungsgebunden. Die APAK überwacht die Angemessenheit und die Funktionsfähigkeit der Qualitätskontrolle und nimmt hierzu Stellung, gibt Empfehlungen zur Fortentwicklung und Verbesserung der Qualitätskontrolle ab und erstellt jährlich einen öffentlichen Bericht.

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