DATEV Jahrespressekonferenz 2019

Dr. Robert Mayr, Vorsitzender des Vorstands, DATEV eG

Strategische Ausrichtung und Entwicklung der DATEV

Rede anlässlich der DATEV-Jahrespressekonferenz 2019
Nürnberg, 19. Juli 2019

(es gilt das gesprochene Wort)

Guten Morgen und herzlich willkommen zur DATEV-Jahrespressekonferenz. Auch in diesem Jahr freue ich mich, Ihnen ein Update über die wesentlichen strategischen Entwicklungen unseres Unternehmens wie auch unseres berufsständischen und des technologischen Umfelds zu geben. Im Anschluss erläutert Ihnen Diana Windmeißer unsere wirtschaftliche Situation. Von meiner Seite vorweg nur so viel: Wir sind mit unserer Entwicklung sehr zufrieden.

Seit ich vor gut drei Jahren den Vorstandsvorsitz übernommen habe, steht die digitale Transformation ganz oben auf meiner Agenda. Und zwar zum einen in Bezug auf die Digitalisierung der betriebswirtschaftlichen Prozesse und des steuerberatenden Berufsstands, die wir mitgestalten wollen. Zum anderen natürlich auch hinsichtlich der Weiterentwicklung unserer eigenen Organisation und unserer Produkte. Seitdem ist eine ganze Menge passiert – allerdings vieles davon sozusagen unter der Motorhaube und von außen nur indirekt zu erkennen. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, die Haube zu öffnen und einige der strategischen Entwicklungen erläutern, die uns für die Zukunft rüsten.

Stimmungsbild aus dem Berufsstand

Doch bevor ich in die Details einsteige, ein kurzes Stimmungsbild aus dem Berufsstand: Sie kennen aus den vergangenen Jahren schon unseren Digitalisierungsindex, den wir auch dieses Jahr wieder zur Jahrespressekonferenz veröffentlichen. Seit der ersten Befragung vor zwei Jahren ist der Index langsam aber kontinuierlich gestiegen. Mit 101,1 Punkten liegt er aber noch immer in einem Bereich, der noch viel Potenzial offenbart.

In den Detailergebnissen finden wir Belege dafür, dass die Kanzleien bewusst in die Digitalisierung jener Bereiche investieren, die den größten Einfluss auf die Digitalisierung der Kanzleien insgesamt haben: dem Ausbau der digitalen Eingangsschnittstellen, um früh im Prozess mit digitalen Daten arbeiten zu können – und im weiteren Verlauf dem digitalen Ausbau von Prozessen wie Archivierung und Dokumentenmanagement. Wir können also im Index ablesen: Die Kanzleien gehen die Digitalisierungshausaufgaben verstärkt an – und zwar an den Stellen, die auch die größte Hebelwirkung haben.

Digitalisierung der Kanzleien

Um weitere Anreize für die Digitalisierung in den Kanzleien zu schaffen, haben wir Anfang des Jahres das Label „Digitale DATEV-Kanzlei“ eingeführt: Unsere Mitglieder haben mit dem Label die Möglichkeit, sich als innovativer Berater und attraktiver Arbeitgeber bei potenziellen Mandanten und Mitarbeitern zu positionieren. Mittlerweile haben über 500 Kanzleien dieses Label erhalten. Alle Mitglieder von DATEV können es kostenfrei erlangen. Damit dokumentieren sie ihre digitale Kompetenz im Markt und grenzen sich von Wettbewerbern ab. Über unser DATEV Digitalisierungs-Cockpit wird der Digitalisierungsgrad anhand verschiedener Kennzahlen berechnet. Sind die relevanten Kriterien erfüllt, erhält die Kanzlei das DATEV-Label und darf es für die Außendarstellung und Vermarktung nutzen. Sollte der Digitalisierungsgrad noch nicht ausreichen, bieten wir auch hier vielfältige Unterstützung an.

Auch wenn die Digitalisierung im Berufsstand für meinen Geschmack gerne schneller voranschreiten könnte: Wir erkennen die Fortschritte und hoffen sehr, dass der Berufsstand diesen Weg konsequent weitergeht. Dies ist die notwendige Voraussetzung dafür, dass die wirtschaftliche Situation der Kanzleien auch in Zukunft so hervorragend bleibt, wie sie sich aktuell im DATEV-Branchenbarometer darstellt.

Mit dem Branchenbarometer fragen wir auf einer Skala von 0 bis 200 Punkten die aktuelle Selbsteinschätzung der Kanzleien in Bezug auf Geschäftslage und Geschäftserwartungen ab. Das kennen Sie sicher vom ifo-Geschäftsklima-Index. Die neuesten Daten aus dem März dieses Jahres zeigen einen Anstieg des Barometers um 3,3 Punkte auf einen neuen Höchstwert von 127,1 Punkten. Besonders bemerkenswert ist dabei die Bewertung der eigenen wirtschaftlichen Lage. Dieser Teilindex steigt um ganze 5,8 Punkte auf 141 Punkte an. Eine beachtliche Entwicklung. Kurzum, der Berufsstand ist mit seinem Geschäft zufrieden.

Digitalpolitische Herausforderungen

Doch wie gesagt: Das ist kein Selbstläufer. Wir stehen derzeit in einem noch nie dagewesenen Spannungsfeld aus Digitalisierung, Automatisierung und weiteren Treibern, wie die sich verändernden politischen Rahmenbedingungen. Besonders die Deregulierungsbestrebungen von Seiten der Europäischen Union bereiten mir Sorgen. Die EU-Kommission ist gerade dabei, die Position des Steuerberaters als wichtigsten Ansprechpartner des deutschen Mittelstands zu untergraben. Das ist aus meiner Sicht eine fatale Entwicklung, gegen die wir uns entschieden zur Wehr setzen müssen. Denn wir brauchen den steuerberatenden Berufsstand mit seiner Qualifikation und Unabhängigkeit und somit als Instanz und „Compliance-Faktor“ in unserer Gesellschaft.

Auch die Aufgabenteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen wird durch die technischen Entwicklungen und ihren neuen Möglichkeiten herausgefordert. Föderalismus und kommunale Selbstverwaltung haben sich bewährt, müssen im Bereich der Digitalpolitik aber flexibel weitergedacht werden. Dazu ist es notwendig, auch etablierte analoge Prozesse zu hinterfragen und bei Bedarf neu zu konzipieren – angefangen mit den bestehenden Schriftformanforderungen: Diese machen eine effiziente elektronische Kommunikation praktisch unmöglich. Erste Lösungsansätze wurden initiiert, doch die Aufgabe ist enorm.

Darüber hinaus müssen wir gleichzeitig rechtliche Rahmenbedingungen auf EU- und nationaler Ebene schaffen, die nicht nur den kleinsten gemeinsamen Nenner beinhalten. Normen sollten nicht nur auf ihre „Digitaltauglichkeit“ geprüft werden. Die Potenziale der digitalen Transformation müssen vollumfänglich und mit Blick auf deren Chancen berücksichtigt werden. Leider handelt die deutsche Verwaltung aber immer wieder in eine falsche Richtung, indem sie manchmal trotz europäischer Standardisierung sogar unnötige, neue Komplexitäten aufbaut, beispielsweise durch unterschiedliche Interpretationen der Vorgaben.

Ein Beispiel für Inkonsequenzen bei der europaweiten digitalpolitischen Harmonisierung: Während wir uns hier in Deutschland über parallele elektronische Rechnungsformate ärgern, aber weiterhin Papierrechnungen erstellen dürfen, hat beispielsweise Italien zum 1.1.2019 für Unternehmen die Pflicht zur elektronischen Rechnung eingeführt. Allerdings – und da schließt sich der Kreis – mit einem parallelen Format. Europaweit läuft es bei der Umsetzung der Normen für digitale Rechnungen mittlerweile auf mindestens sieben verschiedene Standards hinaus. Eigentlich sollte Digitalisierung bei der Reduzierung von Komplexität helfen. Doch wenn zusätzliche Tools wie unser DATEV SmartTransfer zwischengeschaltet werden müssen, um die zusätzliche Komplexität zu kaschieren, dann kann das nicht im Sinne des Erfinders sein – weder auf Seiten der Anwender, noch der staatlichen Stellen.

Dieses Beispiel zeigt, dass es an der Schnittstelle von Digitalisierung und Politik oder Berufspolitik hakt. Ich könnte weitere nennen. Ich bin überzeugt, dass der steuerberatende Berufsstand bei der Digitalisierung von Verwaltungsakten eine wichtige Unterstützung sein kann – sein muss. Deswegen engagieren wir uns gemeinsam mit den berufsständischen Organisationen für eine sinnvolle Gestaltung dieser Themen im Sinne der mittelständischen Wirtschaft. Wie bereits im vergangenen Jahr werden wir uns daher auch beim Digitalgipfel der Bundesregierung wieder im Rahmen der Plattform „Digitale Verwaltung und öffentliche IT“ dafür stark machen, dass die Interessen und Kompetenzen des Berufsstands Gehör finden.

Fit für die Zukunft

Die Dynamik von Märkten, Technologien und gesetzgeberischen Aktivitäten betrifft natürlich nicht nur unsere Mitglieder und deren Mandanten. Als deren IT-Dienstleister müssen wir auch selbst schnell und flexibel auf die sich ändernden Rahmenbedingungen und Anforderungen reagieren. Mit zunehmender Komplexität der Entwicklungen im Markt wird es immer schwieriger, langfristige Vorhersagen über Potenziale und Bedarfe zu treffen. Das Ausprobieren in kleinen Schritten – sprich agile Entwicklungsmethoden - ersetzt langfristige Pläne.

Aus diesem Grund haben wir in den vergangenen Jahren bereits damit begonnen, unsere Organisation zu verändern. Wir verfolgen das Ziel, dynamischer zu werden und unsere Kunden frühzeitiger in Prozesse mit einbeziehen zu können. Aber allein an einzelnen Rädchen zu drehen, reicht nicht aus. Damit wir Vordenker und digitales Rückgrat für unsere Kunden bleiben können, stehen wir vor größeren Aufgaben. Daher analysieren wir nun das Ganze, um unsere gesamte Organisation zu transformieren. Denn wir wollen das „Wie“ der Wertschöpfung völlig neu betrachten. Aktuell sind wir überwiegend in Bereichen und Abteilungen organisiert, in denen wir die Produktentwicklung und begleitende Maßnahmen vorantreiben.

Durch den Einsatz agiler Methoden und einzelner abteilungsübergreifender Projekte konnten wir schon einen gewissen Grad an Dynamik erreichen. Hilfreich ist dabei auch unser neues Raumkonzept: Activity Based Working. Ohne großen Aufwand kann der Mitarbeiter aus einer Vielfalt an Arbeitsplätzen denjenigen auswählen, der ihm am besten bei der Erfüllung seiner Aufgaben unterstützt. Das hat uns vor Augen geführt, dass interdisziplinär arbeitende Teams enorme Potenziale freisetzen können.

Deshalb haben wir ein strategisches Projekt ins Leben gerufen, um die Organisation „Fit für die Zukunft“ zu machen. Und das ist gleichzeitig unsere Botschaft: Wir wollen die Weichen so stellen, dass künftig flexible und interdisziplinäre Einheiten die Wertschöpfung sichern. Silos schaffen wir ab, stattdessen etablieren wir klare Verantwortlichkeiten. Dafür brauchen wir Mitarbeiter mit Mut zum Anpacken. Wir wollen unser Ohr noch stärker als bisher am Kunden und am Markt haben, um auf Veränderungen frühzeitig und schnell reagieren zu können.

Die Umsetzung von all dem diskutieren wir bereits mit unseren Führungskräften und unseren Mitarbeitern. Dabei ist uns wichtig, in einem transparenten Prozess unsere Kolleginnen und Kollegen mitzunehmen und zu überzeugen. Einen „Big Bang“ wird es nicht geben. Stattdessen werden wir unsere Pläne in den nächsten eineinhalb Jahren Schritt für Schritt in die Tat umsetzen.

Und dabei starten wir aus einer Position der Stärke. Wir sind „Fit für Heute“ und wollen „Fit für Morgen & Übermorgen“ werden. Wir haben das solide Fundament des Kerngeschäfts und wollen die organisatorischen und persönlichen Kompetenzen ‚draufpacken‘, mit denen wir das Potenzial und die Chancen vor uns voll auszuschöpfen können.

Plattformstrategie

Ein Vorhaben, bei dem wir bereits vieles organisatorisch umgesetzt haben, ist unser Plattformangebot für private Steuerpflichtige. Sie erinnern sich vielleicht: Im vergangenen Jahr habe ich an dieser Stelle die drei Komponenten unserer Plattformstrategie vorgestellt:

  • unsere Lösung für die Erstellung privater Einkommensteuererklärungen
  • unsere Anbahnungsplattform DATEV SmartExperts und
  • die digitale Kollaborationsplattform „Meine Steuern“.


Für die Erstellung einfacher, privater Einkommensteuererklärungen entwickeln wir ein App- und Web-Angebot. Zum Freigabetermin Anfang 2020 können die Anwender ihre private Einkommensteuer für 2019 deklarieren und die ein oder andere vorbereitende Tätigkeit für den Veranlagungszeitraum 2020 nutzen. Mehr möchten wir aber mit Blick auf den Wettbewerb dazu heute noch nicht verraten.

Nur so viel: Im Rahmen eines iterativen Testvorgehens arbeiten wir aktuell mit 65 externen Testern aus der Zielgruppe „Steuerbürger“ zusammen. Diese Zahl werden wir bis zur geplanten Freigabe im Januar 2020 sukzessive auf etwa 500 erhöhen.

Was das Besondere an unserem Produkt sein wird: Den Nutzern der Plattform bieten wir immer wieder Absprung- und Kontaktpunkte zum DATEV-Mitglied an. Damit der gewünschte Berater ausgewählt werden kann, braucht es als Bindeglied die Plattform DATEV SmartExperts, die wir im Mai live geschaltet haben. Dank des Engagements unserer Mitglieder lässt sich jetzt schon davon sprechen, dass die angelegten Profile ganz Deutschland abdecken. In den ersten zweieinhalb Betriebsmonaten sind im Durchschnitt täglich fast 1.900 Suchanfragen gestellt worden. Direkt über das System sind mittlerweile nachweislich knapp 900 Kontaktaufnahmen erfolgt. Damit sind wir sehr zufrieden, zumal wir bisher ohne große Werbeaktionen in den Markt eingestiegen sind.

In einer kontrollierten Freigabe befindet sich seit Herbst vergangenen Jahres auch der dritte Teil, also jener zur Zusammenarbeit von privaten und gewerblichen Mandanten und Steuerberatern: DATEV Meine Steuern. Hierbei handelt es sich um eine Plattform, auf die der Mandant und sein Steuerberater jederzeit gemeinsam Zugriff haben sowie Dokumente und Informationen austauschen können. So können Belege unterjährig direkt digitalisiert und erfasst werden, was den Abschluss der Steuererklärung erheblich vereinfacht. Die Marktfreigabe der Lösung ist für Oktober dieses Jahres geplant.

Die gerade beschriebenen Lösungen sind auch ein Beispiel für unsere stark ausgebaute Partnering-Strategie im Entwicklungsumfeld. Wir haben hier sehr intensiv mit dem Softwareunternehmen Adorsys zusammengearbeitet, das uns vor allem mit seinen Kompetenzen in Sachen B2C-Plattformen sowie Finance- und Banking-Lösungen unterstützt hat. Nun haben wir die gute und intensive Zusammenarbeit dahingehend weiterentwickelt, dass wir uns – vorbehaltlich der Freigabe durch die Kartellbehörde – mit 25,9 Prozent an Adorsys beteiligen. Die Beteiligung dient der Vertiefung der gegenseitigen Geschäftsbeziehungen. Sie ermöglicht DATEV den Zugang zu Spezial- und Erfahrungswissen, insbesondere in den genannten Feldern. Das 2006 in Nürnberg gegründete Unternehmen beschäftigt rund 130 Mitarbeiter und deckt für seine Kunden den gesamten Prozess der digitalen Transformation ab: von der Strategieentwicklung bis zur Etablierung am Markt. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit diesem innovativen, regionalen IT-Dienstleister.

DATEV Lab

Auch aus dem DATEV Lab gibt es Neuigkeiten – gerne können Sie sich im Foyer zu den aktuellsten Entwicklungsständen unserer Arbeiten zum Thema Sprachassistent informieren. Zusätzlich haben wir die Weichen für einen verstärkten Einsatz von künstlicher Intelligenz in der DATEV gestellt: mit der Gründung unseres AI Labs innerhalb des DATEV Labs. Das neu geschaffene Expertenteam ist die zentrale Anlaufstelle, quasi die „Keimzelle“ für alle Fachabteilungen in Sachen KI. Das AI Lab berät, analysiert und unterstützt bei der prototypischen Umsetzung konkreter Einsatzszenarien. Auch Kooperationen mit Forschungseinrichtungen oder Start-ups sind für das Lab eine Option. Neben direkten Beziehungen pflegen wir hier auch eine Partnerschaft mit TechFounders, dem Accelerator-Programm der TU aus München. In der Zusammenarbeit mit Dritten spüren wir deutlich, wie dringend die von der Bundesregierung angekündigte KI-Förderung benötigt wird – und dass es trotzdem noch viel zu wenig ist, um auch nur annähernd mit den Programmen in anderen Ländern mitzuhalten.

Künstliche Intelligenz in der Praxis

Aber lassen Sie mich noch etwas konkreter werden im Hinblick auf unsere KI-Aktivitäten. Wobei wir hier anmerken müssen: Wir reden heute im Wesentlichen über Szenarien, in denen KI auf die Erfüllung klar definierter Aufgaben ausgerichtet ist – und zwar nicht nur bei uns, sondern allgemein. Sprachassistenten, Chatbots und Wissensmanagement können beispielsweise helfen, Daten zu strukturieren und schnell verfügbar zu machen. Über die Erkennung und Zuordnung von Informationen auf Belegen oder die semantische Interpretation von Rechnungen lässt sich der Automatisierungsgrad in Programmen erhöhen. Der Einsatz von KI wird künftig zweifelsohne erhebliche Auswirkungen auf unser Leben und unsere Arbeit haben. Aber die Expertise der Menschen, die diese Werkzeuge betreiben, wird dadurch mitnichten obsolet. Ganz im Gegenteil: Es sind weiterhin die Menschen, die KI-betriebene Systeme einsetzen und entscheiden. Übertragen auf die kaufmännischen Prozesse sehen wir ganz klar den Steuerberater als den Experten. Sie sind diejenigen, die mit ihrer Expertise beispielsweise die Automatisierung und Digitalisierung der Prozesse gestalten.

Ein Einsatzszenario, an dem wir bereits seit Längerem dran sind, ist die Automatisierung der Finanzbuchführung, der „FIBU“. Derzeit erproben wir die automatisierte Verarbeitung von Rechnungen im Echtbetrieb mit ausgewählten Kanzleien. Im Laufe des Jahres werden wir die automatisierte Verarbeitung von Kontoumsätzen hinzunehmen. Doch eines ist klar: Die FIBU-Automatisierung braucht das Buchungswissen des Experten – des Steuerberaters. Ohne diesen kann das System keinen echten Mehrwert schaffen – und genau deswegen ist unsere FIBU-Automatisierung nur für unsere Mitglieder konzipiert.

Aber auch bei unserem Anwenderservice – über den uns immer mehr und auch komplexere Service-Anfragen erreichen – setzen wir KI ein: Die Anwender geben in natürlicher Sprache ihre Frage ein und die Suche liefert eine Lösung, die anderen Anwendern bei einem vergleichbaren Thema bereits geholfen hat. Das System leistet quasi Hilfe zur Selbsthilfe und entlastet so den Service von einfachen Routineanfragen. Die derzeit durch solche einfachen Themen gebundenen Ressourcen können wir deutlich besser bei der Behandlung wirklich komplexer Fälle einsetzen.

Wie Sie sehen können, beschäftigt uns die digitale Transformation intensiv und auf allen Ebenen. DATEV transformiert sich selbst! Wenn Sie den Kulturwandel einmal live und in Farbe erleben wollen: Die Gelegenheit dazu haben Sie heute Nachmittag bei einem Besuch unseres DigiCamps, das wir im Rahmen des Nürnberg Digital Festivals ausrichten. Es handelt sich um ein offenes Veranstaltungsformat, bei dem Mitarbeiter und Besucher gemeinsam alle möglichen Digitalisierungsthemen aus dem engeren und weiteren Umfeld der DATEV diskutieren. Eine hochspannende Veranstaltung! Und wenn Sie sich noch nicht dazu angemeldet haben, sprechen Sie einen Kollegen der Pressestelle an.

Bevor ich nun an Diana Windmeißer übergebe, möchte ich noch eine einzige Zahl vermelden: 1 Milliarde Euro Umsatz. Das ist das Ergebnis unseres letzten Geschäftsjahrs. Und die aktuellen Halbjahreszahlen deuten darauf hin, dass dies keine Eintagsfliege war. Aber dazu sagt Ihnen DianaWindmeißer nun mehr.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.