DATEV Corona-Barometer von Omikron geprägt

Auch nach zwei Jahren Pandemie ist der steuerberatende Berufsstand besorgt über die Situation im Mittelstand.

Nürnberg, 21. Februar 2022: Die Auswirkungen der Pandemie auf die kleinen und mittelständischen Betriebe in Deutschland sind gravierend – doch das DATEV Corona-Barometer macht deutlich: Es hätte noch viel schlimmer kommen können. Seit 2 Jahren befragt DATEV ihre Mitglieder aus dem steuerberatenden Berufsstand, wie es ihren Unternehmensmandanten wirtschaftlich geht. Die letzte Befragungswelle vom 4.-8. Februar 2022 zeigt ein ambivalentes Bild: Einerseits steigt den Befragten zufolge das Insolvenzrisiko der mittelständischen Unternehmen wieder deutlich an: Gäbe es keine staatlichen Unterstützungsleistungen, wären aktuell 22 Prozent der Unternehmen betroffen (Sommer 2021: 13 Prozent). Doch die staatlichen Hilfen sind offensichtlich wirksam: Trotz der neuerlichen Einschränkungen zur Bekämpfung der Delta- und Omikron-Varianten bleibt das Risiko einer Insolvenz mit 2 Prozent unverändert stabil gegenüber dem Sommer 2021. „Der Gesetzgeber hat dem steuerberatenden Berufsstand eine zentrale Rolle bei der Antragsstellung und Prüfung der Hilfeleistungen eingeräumt – und er leistet einen offensichtlich essenziellen Beitrag dazu, dass Deutschlands Wirtschaft vergleichsweise gut durch die Krise kommt“, so Dr. Robert Mayr, CEO der DATEV. „Doch sehen wir in den Umfrageergebnissen auch, dass die Kanzleien seit zwei Jahren durchgängig am Limit arbeiten – und ein Ende ist noch nicht absehbar! Es ist ein gutes Signal, dass letzte Woche die Regierung die Abgabefristen für Steuererklärungen 2020 von beratenen Fällen noch einmal um drei Monate verlängert hat. Sie brauchen dringend Entlastungen, damit neue Themen wie die anstehende Grundsteuerreform in gebotener Gründlichkeit bearbeitet werden können.“

Lieferengpässe betreffen mehr als ein Fünftel der Unternehmen

Ein zunehmendes Problem im Mittelstand sind Lieferengpässe, die direkt oder indirekt durch die Pandemie verursacht sind. 22 Prozent der Unternehmen sind laut ihren Steuerberaterinnen und Steuerberatern betroffen. Meist verursachen die Lieferengpässe Verspätungen bei der Leistungserbringung (83 Prozent Nennungen), gestiegene Beschaffungskosten, die nicht weitergegeben werden können (69 Prozent Nennungen) und Liquiditätsengpässe (40 Prozent Nennungen). In 26 Prozent der betroffenen Unternehmen ist der Materialmangel Ursache von Kurzarbeit. Zunehmend tauchen aber auch mittelfristige Sorgen hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit (18 Prozent Nennungen) und der Abwanderung von Kunden (17 Prozent Nennungen) auf. Und bei immerhin 15 Prozent haben die Lieferschwierigkeiten Veränderungen des bestehenden Geschäftsmodells zur Folge.

Informationen zur Studie

Auch in Corona-Zeiten vertrauen viele mittelständische Unternehmen auf die Expertise ihrer Steuerberaterinnen und Steuerberater. Diese haben fundierte Einblicke in die wirtschaftliche Situation und die Auswirkungen der Corona-bedingten Beschränkungen auf das jeweilige Geschäft. Um einen breiteren Blick auf die aktuelle wirtschaftliche Lage im Mittelstand zu erlangen, befragt DATEV seit März 2020 ihre Mitgliedskanzleien. 7.500 Kanzleien wurden per E-Mail eingeladen, sich zwischen dem 4. und 8. Februar 2022 an der elften Befragungswelle zu beteiligen. 517 Kanzleien haben den Fragebogen ausgefüllt. Die Ergebnisse werden unter www.datev.de/corona-barometer regelmäßig veröffentlicht.

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