Fair Value

Fair Value - Begriffsklärung: Als der Fair Value wird der Betrag bezeichnet, zu dem sachverständige und vertragswillige Personen unter den üblichen Marktbedingungen bereit wären, einen Vermögenswert zu tauschen bzw. eine Verbindlichkeit zu begleichen.

Fair Value taucht hauptsächlich im angelsächsischen Rechnungswesen (IFRS und US GAAP) auf, ist grundsätzlich als Marktwert zu interpretieren, falls er für die entsprechenden Vermögenswerte existiert. Also, ein wichtiger Begriff im Zusammenhang mit dem marktnahen Wertansatz.

Das Fair Value Prinzip

Das Fair Value Prinzip wird in der internationalen Rechnungslegung umgesetzt und weit reichende Auswirkungen auf die deutsche Rechnungslegung haben. Als Wertmaßstäbe für Vermögenswerte/Schulden müssen Marktpreis, Barwert, Wiederbeschaffungswert, erzielbarer Preis und Veräußerungswert berücksichtigt werden. Es ist ratsam diese komplexe Materie einem Experten, zum Beispiel dem Steuerberater zu überlassen. Er berät auch zu den Einsatzmöglichkeiten der DATEV-Lösungen und zur Gestaltung der Zusammenarbeit mit seiner Kanzlei.

Für den Fair Value gibt es identische Definitionen in IAS 32.11 und IAS 39.9. Wie sich das Fair Value unter IAS 32 und IAS 39 ermittelt lässt, wird in IAS 39.AG69-82 erläutert. Demnach wird der Fair Value entweder durch Mark-to-market (aktiver Markt mit zuverlässigem Fair Value vorhanden) oder Mark-to-Model (kein aktiver Markt mit zuverlässigem Fair Value vorhanden oder unzuverlässigem Marktpreis) ermittelt.

Bewertungshierarchie zur Bestimmung des Fair Value nach IAS 39

  • Aktuelle öffentlich notierte Marktpreise (IAS 39.AG71)
  • Hinweise auf Marktpreise der letzten Transaktion oder von ähnlichen Finanzinstrumenten (IAS 39.AG72)
  • Bewertungsverfahren (IAS 39.AG74)
  • Der Fair Value ist nicht verlässlich bestimmbar für nicht an einem aktiven Markt notierte Eigenkapitalinstrumente (IAS 39.AG80)