Geschichte

Chronologischer Überblick 1986 bis 1995

Zu den am jeweiligen chronologischen Ort erwähnten historischen Ereignissen wird, wo es geboten erscheint, ein kurzer Abriss über ihre Weiterentwicklung bis in die Gegenwart gegeben. Daher finden sich aktuelle Zahlen und Fakten nicht nur unter dem letzten Jahr der Chronologie.

September 1987 - Einrichtung der Juniorenfirma JUBIT und Weiterentwicklung des Ausbildungskonzepts

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Das JuBIT-Logo seit 2007

Im September 1987 richtet die DATEV mit der JUBIT eine Juniorenfirma ein. Die Übungsfirma für Auszubildende ist ebenfalls eine Genossenschaft, besitzt jedoch keine Rechtsfähigkeit. Durch 'Learning by doing' werden in dieser Ausbildungseinrichtung vor allem Selbständigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Kreativität und Teamarbeit trainiert.

Die Auszubildenden verantworten den kaufmännischen Bereich und die Software-Entwicklung und übernehmen gegen Berechnung Aufträge aus der "Mutterfirma" DATEV.

Im Jahr 2007, zum 20-jährigen Bestehen der JUBIT, erarbeiten die Auszubildenden ein neues Konzept für die Juniorenfirma.

1989 - Freigabe der ersten PC-Programme und Ausweitung der "Im-Haus-Lösungen"

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Prospekt PC-SBV

Boten die Programme des DATEV-Verbundsystems seit 1984 bereits eine Arbeitsteilung zwischen Anwendersystem und Großrechner, so ermöglichen die neuen PC-Programme der DATEV seit 1989, Arbeitsvorgänge vollständig autonom am Kanzlei-PC durchzuführen.

Den Anfang machen Programme zur Finanz-, Ergebnis- und Steuerplanung (PC-FINA) und zum Steuerbelastungsvergleich (PC-SBV). Heute gibt es so genannte 'Im-Haus-Lösungen' auf allen Anwendungsgebieten. Elektronische Datenverarbeitung kann damit auf drei Ebenen stattfinden, je nach den Erfordernissen des Mitglieds: im Rechenzentrum, im Rechnerverbund und auf dem Kanzlei-PC.

1990 - Etablierung der DATEV in den neuen Bundesländern

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Illustration der Infotour durch die neuen Bundesländer

Bereits vor In-Kraft-Treten der innerdeutschen Währungsunion (1.7.1990) und vor der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten (3.10.1990) eröffnet DATEV im Juni 1990 in Dresden die erste Niederlassung in den neuen Bundesländern (damals Informationszentrum genannt). Noch im gleichen Jahr folgt die Niederlassung in Schwerin, ein Jahr später nehmen die Standorte Leipzig, Magdeburg und Erfurt die Arbeit auf.

Da im wirtschaftlichen System der ehemaligen DDR für Steuerberatung so gut wie kein Bedarf bestand, muss mit dem Neuaufbau dieses Berufsstands begonnen werden. Mangels geeigneter Infrastruktur vor Ort zieht daher im August / September 1990 ein DATEV-Team mit Zelten und Lastwagen durch acht Städte der DDR und hält jeweils zweitägige Seminare ab. Darin wird insgesamt 10.000 Teilnehmern Basiswissen zur Buchführung und Steuerberatung vermittelt.

Anfang 1991 - Weiterentwicklung des DATEV-Logos

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DATEV-Logo von 1977 bis 1991, bestehend aus Wort- und Bildmarke

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums wird 1991 das DATEV-Logo weiterentwickelt und erhält die bis heute gültige Ausgestaltung. Das vorherige Logo wurde 1977 eingeführt, zuvor gab es nur die Wortmarke DATEV.

1.8.1991 - Einführung und Entwicklung des DATEV-System-Partner-Konzepts

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Das heutige Logo der DATEV-System-Partner

Seit August 1991 stehen den DATEV-Mitgliedern bundesweit selbständige Systemhäuser zur Verfügung, um die Kanzleien DV-technisch zu betreuen. Die geschützte Bezeichnung "DATEV-System-Partner" vergibt die Genossenschaft nach eingehender Prüfung. Besondere Schulungen und Workshops sowie ein stets aktueller Informationsfluss stellen ein hohes technisches Wissen der Systemhäuser in Kombination mit fundierten DATEV-Kenntnissen sicher.

Darüber hinaus bieten "DATEV-Lösungs-Partner" zu ausgewählten DATEV-Produkten eigene Beratungs- und Unterstützungsleistungen an. Zusammen mit dem DATEV-Consulting sind die DATEV-System-Partner ein Bestandteil der Vor-Ort-Betreuung von Kanzleien.

November 1993 - Einführung der CD als Datenträger und generelle Datenträgerentwicklung bei DATEV

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Cover der ersten LEXinform-CD

Mit der LEXinform-CD bietet DATEV erstmals eine Dienstleistung auf CD-ROM an. Ab 1998 besteht außerdem die Möglichkeit, Buchführungsdaten vergangener Jahre auf CD/DVD gespeichert in der Kanzlei oder beim Buchführungspflichtigen aufzubewahren (FIBU-Archiv-CD/DVD, Lohn-Archiv-CD/DVD).

Datenträgerentwicklung bei DATEV:

  • Lochkarte 1966 - 1968
  • Lochstreifen 1966 - 1991
  • Klarschriftstreifen 1972 - 1987
  • Klarschriftbeleg 1973 - 1987
  • Magnetbandkassette 1977 - 1994
  • Diskette 1980 - 1999
    • 8 Zoll seit 1980
    • 5,25 Zoll seit 1983
    • 3,5 Zoll seit 1987
  • CD-ROM seit 1993
  • DVD seit 1999

1.1.1995 - Einführung eines neuen, nutzungsorientierten Preissystems

Im Gegensatz zur früheren Berechnungsweise entfällt nach dem neuen Preissystem der einmalige Kaufbetrag beim Erstbezug eines PC-Programms. Die Berechnung von Software erfolgt nun als monatliche Lizenzgebühr und orientiert sich an den Nutzungsmöglichkeiten in der Kanzlei.

Ziel des neuen Preissystems ist es, den Einstieg in das DATEV-System wirtschaftlich überschaubar und kalkulierbar zu machen und die Inanspruchnahme von DATEV-Programmen auch für Kleinanwender angemessen zu gestalten. Durch einen gestaffelten Rechenzentrumsbonus gibt die DATEV den günstigeren Kostenverlauf bei intensiver Rechenzentrumsnutzung an die betreffenden Mitglieder weiter.

Mai 1995 Elektronische Übertragung der Steuererklärung

Nach der rechtlichen Freigabe, Daten der Steuererklärung elektronisch an die Finanzbehörden zu übermitteln, nutzt die DATEV seit Mai 1995 die Eigenentwicklung EDÜ (elektronische Datenübertragung), um Steuererklärungsdaten – zunächst nur in Bayern – an die Finanzämter zu übertragen.

Im Oktober 2002 versendet DATEV die erste digitale Steuererklärung mit elektronischer Unterschrift (ELSTER II).