Künstliche Intelligenz ist in der deutschen Wirtschaft vom Zukunftsthema zum operativen Faktor geworden. Laut einer Bitkom-Befragung vom September 2026 setzen bereits 57 Prozent der Unternehmen KI ein. 2024 waren es erst 20 Prozent. Weitere 38 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz. 91 Prozent der Unternehmen halten KI für die wichtigste Zukunftstechnologie.  Zugleich sehen sich die meisten Unternehmen bei KI noch ganz am Anfang. Kein Unternehmen, das KI im Einsatz hat, gibt an, das Potenzial von KI vollständig zu nutzen, gerade einmal 3 Prozent meinen,dass sie das Potenzial eher stark ausnutzen.

Für Unternehmer verschiebt sich damit die entscheidende Frage: Nicht mehr das „Ob“, sondern das wirtschaftlich sinnvolle, kontrollierte und rechtssichere „Wie“ steht im Mittelpunkt.

Wirtschaftlicher Nutzen wird messbar

Die Erfahrungen der KI-Anwender zeigen, dass sich der Einsatz wirtschaftlich auszahlen kann. Zwei Drittel der Unternehmen mit KI-Einsatz berichten von einer verbesserten Wettbewerbsposition. 48 Prozent konnten interne Prozesse deutlich beschleunigen, 45 Prozent sehen einen messbaren Beitrag zum Unternehmenserfolg. Bei 40 Prozent verbesserte sich die Qualität von Produkten oder Dienstleistungen, 36 Prozent entwickelten mithilfe von KI neue Angebote.
 
KI dringt dabei zunehmend in die Kernprozesse vor. Im Controlling und Rechnungswesen ist der Anteil der Unternehmen mit KI-Einsatz innerhalb eines Jahres von 17 auf 25 Prozent gestiegen. Auch Wissensmanagement, Vertrieb, IT sowie neue eigene Produkte und Dienstleistungen gewinnen deutlichan Bedeutung.
 
Potenziale für Unternehmen ergeben sich bei der Automatisierung wiederkehrender Aufgaben, schnelleren Bearbeitungszeiten, mehr Qualität in den Arbeitsprozessen sowie einer besseren Skalierbarkeit, ohne die eigenen Kapazitäten ebenfalls stark ausbauen zu müssen.

Die eigentlichen Kosten liegen in Daten und Integration

Für Investitionsentscheidungen ist entscheidend, die Kosten realistisch einzuordnen. Nicht die KI-Lizenz verursacht nach Angaben der Unternehmen den größten Aufwand. 51 Prozent der KI-Anwender nennen Infrastruktur wie Cloud und Rechenleistung als großen Kostenfaktor, 50 Prozent die Datenaufbereitung und 41 Prozent die Integration in bestehende Systeme. Software-Abonnements und Lizenzen werden dagegen nur von 21 Prozent als großer Kostenpunkt genannt.

KI-Nutzung ist zum Teil eine Organisations- und Infrastrukturaufgabe. Wirtschaftlicher Nutzen entsteht nicht durch den Kauf einzelner Anwendungen, sondern durch belastbare Daten, integrierte Systeme und klar definierte Prozesse. Gerade für mittelständische Unternehmen spricht dies für einen kontrollierten Ausbau entlang konkreter Anwendungsfälle statt für unkoordinierte Einzelprojekte.

KI-Agenten erhöhen die Anforderungen

Die nächste Entwicklungsstufe zeichnet sich bereits ab: KI-Agenten können nicht nur Fragen beantworten, sondern Aufgaben selbstständig bearbeiten, beispielsweise Angebote einholen, Preise vergleichen oder Entscheidungsoptionen vorbereiten. 11 Prozent der Unternehmen setzen solche Systeme bereits ein, weitere 29 Prozent planen ihren Einsatz.

Mit dieser Automatisierung steigen jedoch die Anforderungen an die betriebliche Sicherheit. Ein autonom handelndes System benötigt verlässliche Daten, definierte Zugriffsrechte, verbundene Systeme und eindeutige Grenzen für zulässige Aktionen. Freigaben und Kontrollmechanismen werden damit zu einem zentralen Bestandteil der KI-Strategie.

AI Act, Datenschutz und Compliance berücksichtigen

Parallel zum wirtschaftlichen Potenzial wächst die Regulierung. 37 Prozent der befragten Unternehmen gehen inzwischen davon aus, als Anwender vom europäischen AI Act, der EU-Verordnung zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz, betroffen zu sein. Weitere 34 Prozent prüfen dies. Von diesen Unternehmen erwarten 89 Prozent einen hohen Umsetzungsaufwand.

Hinzu kommen Datenschutz und Informationssicherheit. Unter den KI-Anwendern nennen 66 Prozent Datenschutzanforderungen als Hindernis, 56 Prozent rechtliche Unsicherheiten und 45 Prozent die Sorge, Unternehmensdaten könnten in falsche Hände gelangen.

Der Rahmen aus Regeln, Verantwortlichkeiten und Kontrollen (Governance) darf nicht erst nach der Einführung entstehen. Im Unternehmen sollten Zuständigkeiten, zulässige Anwendungen, Datenzugriffe, Dokumentation und menschliche Kontrollpunkte von Beginn an definiert werden. Ebenso wichtig ist Kompetenzaufbau: 70 Prozent der Unternehmen bieten inzwischen KI-Schulungen an.

„Der AI Act sollte Vertrauen schaffen, erzeugt aber weitverbreitete Unsicherheit. […]“  sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Wir brauchen verbindlich und schnell rechtliche Klarheit zur Umsetzung des AI Act und praxistaugliche Standards“ […] sowie „ [… ] Angebote zur Unterstützung von Unternehmen, damit sie Künstliche Intelligenz konform zum AI-Act einsetzen können.“

Was folgt aus der Bitkom-Studie? Strategisch kontrolliert statt hektisch investieren

Der Wettbewerbsdruck steigt, doch Aktionismus ist keine belastbare KI-Strategie. Sinnvoll ist ein schrittweises Vorgehen: wirtschaftlich relevante Anwendungsfälle identifizieren, Daten- und Systemvoraussetzungen prüfen, Risiken und regulatorische Anforderungen bewerten und anschließend messbare Pilotprojekte umsetzen.

Die Bitkom-Zahlen zeigen zugleich, dass der Markt noch nicht entschieden ist. Obwohl KI inzwischen mehrheitlich eingesetzt wird, gibt kein befragtes Unternehmen an, ihr Potenzial vollständig auszuschöpfen. Genau darin liegt unternehmerischer Handlungsspielraum. Entscheidend wird weniger sein, möglichst viele KI-Werkzeuge einzuführen, sondern die Technologie kontrolliert in belastbare Prozesse zu integrieren. So kann KI zu einem Instrument für Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und langfristige organisatorische Stabilität werden.

 

Quelle: Bitkom, Pressemitteilung vom 14.09.2026
Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI | Presseinformation | Bitkom e. V.

Datenschutz und Compliance bei DATEV

DATEV als Softwarehaus und IT-Dienstleister für den steuerberatenden Berufsstand und dessen Mandanten steht für einen verantwortungsvollen und sicheren Umgang mit sensiblen Daten. Die Maßnahmen im Bereich Datenschutz und Compliance orientieren sich an höchsten rechtlichen, technischen und ethischen Standards. 

Zertifiziertes Managementsystem
Regelmäßige Zertifizierungen garantieren die Qualität unseres Datenschutz- und Informationssicherheitsmanagements.

Risikobasierter Ansatz
Technische und organisatorische Maßnahmen richten sich konsequent nach den individuellen Risiken.

Vertrauenswürdige Partner
Wir arbeiten ausschließlich mit sorgfältig geprüften Dienstleistern, die den Grundsätzen der DSGVO entsprechen.

Maximale Sicherheit
Sie können darauf vertrauen, dass Ihre Daten bei uns geschützt sind.

Mehr dazu lesen Sie auf Datenschutz und Unternehmenssicherheit.