Es sind keine einfachen Zeiten für wirtschaftlichen Erfolg. Das Jahr 2025 beginnt unter Vorzeichen, die man inzwischen fast als neuen Normalzustand bezeichnen könnte: geopolitische Spannungen, verhaltene Investitionen, ein Arbeitsmarkt im Wandel. Und mittendrin ein Berufsstand, der mehr leisten muss als je zuvor – steuerlich, betriebswirtschaftlich, digital.

In diesem Umfeld wirkt Stabilität wie ein leiser Triumph. DATEV gelingt es, das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlichen Wachstum abzuschließen und damit gegen den Trend zu arbeiten. Während die deutsche Wirtschaft nur marginal zulegt und die IT-Branche moderat wächst, steigert die Genossenschaft ihren Umsatz um 9,0 Prozent auf rund 1,65 Milliarden Euro. 

Ein Ergebnis, das mehr ist als nur eine Zahl. Es ist Ausdruck eines Geschäftsmodells, das auf Kontinuität statt auf kurzfristige Optimierung setzt. „Gerade in volatilen Zeiten zeigt sich, wie tragfähig unser genossenschaftliches Modell ist“, sagt CEO Prof. Dr. Robert Mayr. „Wir investieren nicht für Quartale, sondern für die Zukunft unserer Mitglieder.“ Diese Zukunft ist digital, aber nicht abstrakt. Sie ist konkret spürbar im Alltag von Kanzleien und Unternehmen. Dort, wo Prozesse schneller werden müssen, Fachkräfte fehlen und Mandanten zunehmend integrierte Lösungen erwarten.

Ein Blick auf die Struktur des Wachstums zeigt, dass die Dynamik in der Breite entsteht. Alle Produktgruppen tragen zum Umsatzplus bei, besonders das Rechnungswesen mit einem Zuwachs von mehr als 70 Millionen Euro. Treiber sind vor allem Cloud-Anwendungen wie DATEV Unternehmen online. 

Auch die Personalwirtschaft legt deutlich zu, unter anderem durch neue Lösungen und steigende Anforderungen im Lohnbereich. Gleichzeitig wächst das IT-Management weiter, getragen vom Trend, Infrastruktur in sichere Rechenzentren auszulagern. Die Nachfrage nach digitalen Lösungen steigt, weil sie gebraucht werden, nicht weil sie forciert werden. Es ist ein leises, aber belastbares Signal für die Relevanz des Angebots. „Unser Wachstum entsteht dort, wo unsere Lösungen echten Mehrwert schaffen“, so Mayr. „Das Vertrauen unserer Mitglieder ist dabei die wichtigste Währung.“

Cloud als Grundlage der Zusammenarbeit

Im Zentrum der strategischen Entwicklung steht weiterhin die Cloud, die als Grundlage für eine neue Form der Zusammenarbeit längst kein bloßes Projekt mehr ist. Mit einem Umsatz von mehr als 665 Millionen Euro bilden Cloudservices den größten Anteil am Gesamtgeschäft. Doch entscheidend ist weniger die Zahl als die Funktion. Die Cloud verbindet: Kanzleien mit Mandanten, Anwendungen mit Daten, Prozesse miteinander. 

Das zeigt sich exemplarisch an Lösungen wie MyDATEV Kanzlei, das seit 2025 den digitalen Austausch neu organisiert, oder an der E-Rechnungsplattform, die den verpflichtenden Empfang elektronischer Rechnungen technisch und prozessual abbildet. Hier nimmt die Digitalisierung konkrete Formen an und verhilft zu weniger Medienbrüchen, mehr Automatisierung und besserer Nachvollziehbarkeit. „Die Cloud ist für uns kein Selbstzweck“, sagt Mayr. „Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Zusammenarbeit einfacher, sicherer und effizienter wird.“

Noch vor wenigen Jahren war Künstliche Intelligenz ein Zukunftsthema. 2025 war sie Teil des Alltags – auch bei DATEV. KI ist in vielen Anwendungen integriert und entfaltet dort ihren Nutzen, wo sie Routinen reduziert, etwa in der automatisierten Buchführung, in der Liquiditätsprognose oder im Kundenservice. Der entscheidende Punkt liegt dabei weniger in der Technologie selbst, als vielmehr in ihrer Einbettung. KI soll nicht ersetzen, sie soll entlasten und Raum schaffen für das, was den Berufsstand ausmacht: Beratung. „Künstliche Intelligenz wird die Arbeit nicht ersetzen, aber sie wird sie verändern“, sagt Mayr. „Unser Anspruch ist es, diese Veränderung so zu gestalten, dass sie unseren Mitgliedern konkret hilft.“ 

Ein Instrument dafür bleibt die DATEV KI-Werkstatt, in der neue Anwendungen gemeinsam mit Mitgliedern erprobt werden. Ein Ansatz, der typisch ist für die Genossenschaft und zeigt, dass Innovation nicht verordnet, sondern im Dialog entwickelt wird.

Investitionen in die Zukunftsfähigkeit

Hinter dem Wachstum steht eine klare Investitionsstrategie. Rund 310 Millionen Euro fließen 2025 in Forschung und Entwicklung, ein signifikanter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Parallel wächst das Rechenzentrum als technisches Rückgrat aller Anwendungen. Die Transformation in eine Cloud-native-Architektur ist dabei ein fortlaufender Prozess, der auch die Aufwendungen für Personal, Infrastruktur und Software steigen lässt – jedoch langsamer als den Umsatz. Das Betriebsergebnis verbessert sich deutlich auf 132,3 Millionen Euro. Diese Balance aus Investition und Effizienz ermöglicht sowohl Wachstum als auch Stabilität und schafft so Spielraum für das, was eine Genossenschaft auszeichnet: die Beteiligung der Mitglieder am Erfolg. 63,6 Millionen Euro werden für 2025 als Rückvergütung ausgezahlt. 

Der Lagebericht zeigt neben ökonomischer Robustheit auch ein konsistentes Selbstverständnis: DATEV begreift Transformation als Daueraufgabe. Besonders sichtbar wird das im Technologieshift. Die Migration in die Cloud ist kein IT-Projekt – sie ist ein Eingriff in Prozesse und Geschäftsmodelle. Dass DATEV diesen Weg hybrid gestaltet, also bestehende Systeme und Anwendungen in die Cloud einbindet, statt sie vollständig abzulösen, ist kein Kompromiss, sondern ein Ausdruck von Praxisnähe. Die Stärke liegt darin, dass Transformation orchestriert und nicht verordnet wird. Die Cloud ist Infrastruktur und zugleich Raum für neue Zusammenarbeit – und damit die Grundlage für das, was politische Programme häufig nur als Zielmarken formulieren: mehr Effizienz, mehr Transparenz, weniger Bürokratie.

Auffällig ist zudem der Umgang mit Daten. Es geht nicht mehr nur um Vergangenheitsbewältigung. Anwendungen wie der Liquiditätsmonitor zeigen, wie wichtig die Vorausschau ist und wie Prognose zum Produkt wird. Die Entwicklung verschiebt den Schwerpunkt hin zur Beratung. Trotz aller Automatisierung bleibt der Steuerberater eine zentrale Vertrauensperson – wegen seiner Urteilskraft und seiner Fähigkeit, komplexe Kontexte zu analysieren und nicht wegen der Routinen, die sich digitalisieren lassen.

Ein oft unterschätzter Faktor ist die Resilienz der Infrastruktur. In Zeiten wachsender Cyberrisiken wird das Rechenzentrum zum Kern der Wertschöpfung. Hohe Investitionen und strenge Sicherheitsstandards sind damit kein Nebenschauplatz, sondern Voraussetzung des Geschäftsmodells. 

Mit rund 928.000 Kunden und mehr als 40.000 Mitgliedern hat jede technologische Entscheidung systemische Wirkung. Wachstum bedeutet Verantwortung. DATEV agiert dabei als Softwareanbieter, aber auch als infrastruktureller Anker des Mittelstands. So wird Wachstum zu mehr als einer Kennzahl: zum Maß für Anschlussfähigkeit. Erfolg zeigt sich sowohl in einer verbesserten Bilanz als auch in der Fähigkeit, Komplexität in tragfähige Lösungen zu übersetzen. Wer Zukunft gestalten will, muss sie technologisch, organisatorisch und kulturell zugleich denken. DATEV liefert dafür ein Beispiel.

All das geschieht vor dem Hintergrund eines Berufsstands, der unter Druck steht. Die Herausforderungen rund um den Fachkräftemangel, die Bürokratie und steigende Komplexität sind strukturell. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Beratung hoch, vielleicht höher als je zuvor. DATEV versteht sich in diesem Spannungsfeld als Plattform und Partner zugleich. Nicht als Anbieter einzelner Lösungen, sondern als Teil eines Ökosystems, das Zusammenarbeit ermöglicht. „Unser Ziel ist es, den Berufsstand nicht nur zu begleiten, sondern auch aktiv zu stärken“, sagt Mayr, „denn seine Zukunft ist eng mit unserer eigenen verbunden.“

Am Ende bleibt eine Frage

Was bedeutet Erfolg in einem Jahr wie 2025? Sicher nicht nur Wachstum. Vielleicht vielmehr die Fähigkeit, Orientierung zu geben in einer Zeit, in der vieles unklar ist. DATEV zeigt, dass Stabilität kein statischer Zustand ist. Sie ist das Ergebnis bewusster Entscheidungen: für Investitionen, für Zusammenarbeit, für langfristiges Denken. Oder, um es zugespitzt zu sagen: Zukunft entsteht nicht durch Rückenwind. Sie entsteht, indem man lernt, im Gegenwind Kurs zu halten.

DATEV erstellt Konzernabschluss ab Geschäftsjahr 2026

Neue Berichtspflichten durch die zunehmende Bedeutung der Beteiligungen der DATEV eG: Der Konzernabschluss ergänzt künftig den Einzelabschluss der DATEV eG. Die Ermittlung von Gewinn und Rückvergütung bleibt davon unberührt.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, bedingt durch die zunehmende Bedeutung der Beteiligungsgesellschaften, wird die DATEV eG als Mutterunternehmen zum 31.12.2026 voraussichtlich verpflichtet sein, erstmals einen Konzernabschluss aufzustellen und zu veröffentlichen. 

Der Einzelabschluss der DATEV eG bleibt davon unberührt. Dieser bildet weiterhin die Basis für die Ermittlung der genossenschaftlichen Rückvergütung und die steuerliche Gewinnermittlung. Die Feststellung des Einzelabschlusses erfolgt weiterhin im Rahmen der Vertreterversammlung.

Bereits für das Geschäftsjahr 2025 wurde ein freiwilliger Konzernabschluss erstellt und durch den Genossenschaftsverband Bayern e. V. geprüft. Dies diente der Ermittlung von Vorjahreswerten für den Konzernabschluss 2026. Die Veröffentlichung des Konzernabschlusses 2026 soll im Jahr 2027 erfolgen.