Der Steuerberater Dave Marvin Gans hat bei der DATEV Weihnachtsspende 2025 den Verein für Jugendhilfen Leppermühle e.V. eingereicht und wurde damit angenommen. Der Verein ist Träger der Martin-Luther-Schule, einer staatlich anerkannten Ersatzschule für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen oder anderen Beeinträchtigungen. Die Schule hat das Ziel, ihre Schülerinnen und Schüler wieder in den Regelschulbetrieb einzugliedern. Da viele ihrer Beeinträchtigungen nicht heilbar sind, müssen die Kinder und Jugendlichen lernen, mit diesen umzugehen und einen Weg finden, sich selbst zu regulieren. Um diesen Prozess gezielt zu unterstützen, soll ein sogenannter Snoozle-Raum eingerichtet werden.
Die Verbindung zwischen Gans, dem Projekt Snoozle-Raum und zum Verein für Jugendhilfen Leppermühle e. V. entstand durch seinen Sohn, der die Martin-Luther-Schule besucht. Bei einem Schulfest bemühte sich Gans darum, Unterstützung für den geplanten Raum zu gewinnen und sprach dafür die Firmen an, die am Neubau des Schulgebäudes beteiligt waren. Da sich dort niemand finden konnte, spendete er selbst 1.000 Euro. Beim Sommerfest der Schule kamen weitere rund 900 Euro zusammen. Dennoch reichte die Summe noch nicht aus, weshalb das Projekt auf der Kippe stand. „Ich habe dann zufällig im DATEV magazin von der Weihnachtsspen-de gelesen und das war für mich der Anlass, das Projekt dort einzureichen. Später habe ich mich sehr darüber gefreut, dass meine Einreichung berücksichtigt wurde, DATEV ebenfalls gespendet hat und der Raum somit entstehen kann“, sagt Gans. Mit der Spende konnten Blasensäulen, Spiegelplatten, gepolsterte Sitze sowie Wand- und Bodenmatten angeschafft werden. Hierdurch wird den Kindern und Jugendlichen bei einem Anfall oder in einem Stressmoment ein geschützter Rückzugsraum geboten. Am Standort der Schule in Petersberg profitieren pro Schuljahr um die 30 Schülerinnen und Schüler davon.
Auf direktem Weg zur Steuerberatung
Der 40-Jährige stammt aus einer Handwerkerfamilie. Sein Vater hatte einen eigenen Betrieb, in dem die Brüder von Gans jetzt tätig sind. Zunächst besuchte er ein humanistisches Gymnasium und lernte dort gerne Sprachen wie Englisch und Latein. Gleichzeitig interessierte er sich schon früh für wirtschaftliche Themen, weshalb er nach der zehnten Klasse auf ein Wirtschaftsgymna-sium wechselte. Nach dem Abitur riet ihm sein Lehrer aufgrund seiner guten Noten dazu, den Weg zum Steuerberater einzuschlagen. Also absolvierte Gans ein duales Studium der Betriebs-wirtschaft und schloss parallel dazu den Bilanzbuchhalter ab.
Seine eigene Kanzlei gründete er auf der grünen Wiese: „Ich habe einfach ein Schild an eine ehemalige Tankstelle gehängt, die mein jüngster Bruder für mich gekauft und umgebaut hatte.“ Kurz darauf betreute er schon die ersten Mandanten. In der Anfangszeit war Gans noch bei einer Aktiengesellschaft angestellt. Relativ schnell merkte er jedoch, nicht von morgens bis abends für ein großes Unternehmen arbeiten zu wollen. Ihm fehlten die Abwechslung und der Kontakt zu den Menschen, weshalb er nach drei Jahren kündigte und sich komplett selbstständig machte.
Die persönliche Komponente ist entscheidend
Der Steuerberater beschreibt die Zusammenarbeit mit seinen Mandanten als sehr persönlich und ist mit fast allen per Du. Dabei handelt es sich überwiegend um Handwerker, oft in seinem Alter. Man begegne sich auf gleicher Augenhöhe, im regionalen Umfeld, und genau das mache ihm große Freude. Nach inzwischen zwölf Jahren in der Selbstständigkeit muss er sich in keine neuen Fälle mehr einarbeiten. Darin sieht er sein Alleinstellungsmerkmal. Seinen Mandanten sagt er oft: „Ich bin sehr tief in euren Fällen drin, das könnt ihr in einer großen Kanzlei so nicht erwarten.“ Zwar bearbeitet er weniger Fälle, ist dafür aber effizienter. Wenn er eine Buchhaltung gemacht hat, ist meistens auch der Abschluss fertig.
Vor acht Jahren verunglückte sein jüngster Bruder, zwei Jahre später starb auch sein Vater. Diese Ereignisse haben ihn stark beeinflusst und sind ein wesentlicher Grund dafür, warum er seine Kanzlei nicht weiter vergrößert hat. Ursprünglich hatte er geplant, gemeinsam mit einem Freund eine Kanzlei zu führen, entschied sich dann aber bewusst dafür, Einzelkämpfer zu bleiben. Seine knapp 150 Mandanten will er weiterhin betreuen und dabei DATEV-Produkte nutzen. „Für die Zukunft kann ich mir aber auch vorstellen, im Handwerksbetrieb unserer Familie mitzuwirken und nur noch nebenbei als Steuerberater tätig zu sein.“