Eine innovative und automatisierte Abwicklung der Grundsteuer war das Ziel des IT-Start-ups fino taxtech GmbH bei seiner Gründung 2021. Die Software GrundsteuerDigital ist noch heute das Kerngeschäft; jetzt hat das Partner- und Tochterunternehmen von DATEV das Angebot um GWP-Digital ergänzt, eine intelligente Lösung zur Geldwäscheprävention für Kanzleien. Geschäftsführerin Stephanie Zimmermann erläutert, worum es geht und was die neue Software leistet. 

DATEV magazin: Wieso ist Geldwäscheprävention für Steuerberatungskanzleien so wichtig?

Stephanie Zimmermann: Geldwäscherechtliche Anforderungen sind für Steuerberater schon nach aktueller Rechtslage ein wesentliches operatives Compliance-Thema. Als „Verpflichtete“ nach§ 2 Abs. 1 Nr. 12 des Geldwäschegesetzes (GwG) müssen sie ein wirksames System zur Geldwäscheprävention etablieren. Im Laufe der Jahre wurden die Pflichten sukzessive verschärft. Mit der ab dem 10. Juli 2027 anwendbaren EU-Geldwäsche-Verordnung steht die nächste regulatorische Stufe an. 

Wie können Kanzleien rechtssicher agieren?

Sie müssen ein risikobasiertes Compliance-System einführen. Dazu gehören insbesondere eine dokumentierte Risikoanalyse, klare interne Prozesse und Verantwortlichkeiten, regelmäßige Mitarbeiterschulungen sowie die Identifizierung von Mandanten und wirtschaftlich Berechtigten. Das Schlagwort lautet hier „Know Your Customer“, kurz KYC. Dabei ist auch zu prüfen, ob es sich bei ihnen um politisch exponierte Personen (PEP) oder deren Angehörige handelt oder ob sie auf Sanktionslisten zu finden sind. Mandatsbeziehungen müssen dementsprechend laufend überwacht und Verdachtsfälle an die Financial Intelligence Unit (FIU) gemeldet werden. Wichtig sind außerdem die ordnungsgemäße Dokumentation und Aufbewahrung aller relevanten Unterlagen.

Wie kann Software dabei unterstützen?

Mit unserer Lösung Geldwäscheprävention-Digital, kurz GWP-Digital, geben wir Steuerberatungskanzleien einen intelligenten Softwareagenten an die Hand, mit dem sie den kompletten Geldwäschepräventionsprozess effizient und rechtssicher umsetzen können. Aufgaben wie die KYC-Prüfung, Namen- und Media-Screening, Mandantenrisikoberichte sowie aggregiertes Kanzleirisiko sind hier in einer Anwendung vereint. Über ein laufendes Monitoring mit Echtzeitautomatisierung werden die relevanten Punkte kontinuierlich überwacht. Das System ist an eine spezielle Datenbank bei der Schufa angebunden, die über Jahrzehnte für diesen Zweck aufgebaut wurde, und stellt auf dieser Basis Echtzeitdaten für schnelle und zuverlässige Entscheidungen bereit. Über unseren Kooperationspartner KYCnow sind außerdem Datenquellen wie Handelsregister, Transparenzregister, Schufa und internationale Unternehmensdatenbanken zugänglich. Unser Anspruch ist, die Anforderungen der Geldwäscheprävention mit maximal automatisierten Prozessen bei gleichzeitig höchster Datensicherheit umsetzbar zu machen – auch bei künftigen regulatorischen Vorgaben.