Nürnberg, 19. August 2026: Nach dem Umsatzplus im Juni dreht die Entwicklung im deutschen Mittelstand im Juli wieder ins Minus. Der saison- und kalenderbereinigte Umsatzindex des DATEV Mittelstandsindex fällt gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozent auf 95,2 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegen die Umsätze 2,0 Prozent niedriger. Die Schwäche zeigt sich sowohl über mehrere Branchen als auch über alle betrachteten Unternehmensgrößen hinweg.
„Die Umsätze geben wieder nach, und die Schwäche zeigt sich in mehreren zentralen Branchen. Einzelne Lichtblicke können diese Entwicklung nicht ausgleichen. Für viele mittelständische Unternehmen bleibt das wirtschaftliche Umfeld damit angespannt. Eine nachhaltige Erholung ist derzeit nicht erkennbar“, so DATEV-CEO Prof. Dr. Robert Mayr.
Besonders deutlich fällt der Umsatzrückgang im Baugewerbe aus. Saison- und kalenderbereinigt liegen die Umsätze dort 9,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Auch der Handel (-6,6 Prozent), das Verarbeitende Gewerbe (-5,0 Prozent) und die Sonstigen Dienstleistungen (-4,8 Prozent) verzeichnen deutliche Rückgänge. Einen Gegenpunkt setzt das Gastgewerbe: Mit einem Plus von 5,9 Prozent ist es die einzige der betrachteten Branchen, die ihre Umsätze gegenüber dem Vorjahr steigern kann.
Während die Umsätze zurückgehen, steigen die Löhne und Gehälter weiterhin deutlich. Zwar geht der Lohnindex im Vergleich zum Vormonat leicht um 0,3 Prozent zurück, womit die Zuwächse an Tempo verlieren, gegenüber dem Vorjahresmonat beträgt das saison- und kalenderbereinigte Plus allerdings 4,9 Prozent. Den stärksten Lohnzuwachs verzeichnet das Gastgewerbe mit 6,5 Prozent. Besonders deutlich fällt der Lohnanstieg bei mittleren Unternehmen aus: Hier liegen die Löhne 5,8 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Dagegen bleibt die Beschäftigung saison- und kalenderbereinigt jeweils um 0,2 Prozent leicht unter dem Vormonats- und auch dem Vorjahreswert. Bei den Branchen können lediglich die Sonstigen Dienstleistungen ein Plus von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat aufweisen. Nach Unternehmensgrößen halten die Kleinstunternehmen ihre Beschäftigung mit plus 0,6 Prozent noch im positiven Bereich, während kleine und mittlere Unternehmen jeweils Rückgänge verzeichnen.
Weitere aktuelle Daten, Grafiken und Filterfunktionen finden Sie unter: mittelstandsindex.datev.de
Über den DATEV Mittelstandsindex
Der DATEV Mittelstandsindex bietet einen datenbasierten Blick auf die konjunkturelle Lage der Kleinstunternehmen, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland. Seine Auswertungen werden seit September 2024 monatlich von DATEV zusammen mit einem ausführlicheren Bericht veröffentlicht.
Diese makroökonomische Analyse basiert auf Daten, die in DATEV-Lösungen von DATEV-Mitgliedern (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte) für ihre Mandanten (i.d.R. Unternehmen) erstellt und verarbeitet werden. Für die Erstellung der Auswertungen werden diese anonymisiert und aggregiert, um höchste Standards im Datenschutz und der Informationssicherheit einzuhalten.
Die drei Kernbereiche des DATEV Mittelstandsindex sind Umsätze, Löhne und Beschäftigungsdaten. Die Daten für den Umsatzindex stammen aus den Umsatzsteuervoranmeldungen (UStVA) von über einer Million Unternehmen. Die Daten für die Indizes zu Beschäftigung und Lohn stammen aus den Lohn- und Gehaltsabrechnungen von mehr als acht Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Weitere Details zu den Analysemethoden und aktuellen Verfeinerungen der Auswertungsgrundlagen sind im Methodenbericht erläutert.