Das Wichtigste zuerst

  • Eine E-Rechnung enthält strukturierte, maschinenlesbare Rechnungsdaten und ermöglicht deren elektronische Verarbeitung.
  • Der Empfang ist seit 2025 grundsätzlich Pflicht; für den Versand gelten Übergangsregelungen bis Ende 2027.
  • Eine einfache PDF-Datei oder ein Scan ist keine E-Rechnung.
  • XRechnung und ZUGFeRD sind gängige E-Rechnungsformate in Deutschland.
  • Prüfen Sie jetzt Rechnungseingang, Rechnungsausgang, Software, Archivierung und die Zusammenarbeit mit Ihrer Steuerberatungskanzlei.

Was ist eine E-Rechnung?

Eine E-Rechnung ist eine Rechnung, die in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen wird und dadurch elektronisch weiterverarbeitet werden kann.

Anders als eine reine PDF-Rechnung enthält eine E-Rechnung strukturierte, maschinenlesbare Daten. Rechnungsinformationen wie Rechnungsnummer, Rechnungsdatum, Beträge oder Umsatzsteuer können dadurch direkt von geeigneten Software-Lösungen verarbeitet werden. Manuelle Übertragungen von einem Dokument in die Buchhaltung lassen sich reduzieren und Medienbrüche vermeiden. Die elektronische Rechnungsstellung auf Basis strukturierter Daten schafft die Voraussetzung dafür, Rechnungen nicht nur digital zu übermitteln, sondern auch automatisiert weiterzuverarbeiten.

Die Begriffe E-Rechnung, elektronische Rechnung und die häufig verwendete Schreibweise erechnung bezeichnen in diesem Ratgeber dasselbe Prinzip: eine Rechnung mit strukturierten elektronischen Daten.

Elektronische Rechnung: Definition nach Umsatzsteuerrecht

Nach dem Umsatzsteuerrecht ist eine E-Rechnung eine Rechnung, die in einem vorgeschriebenen strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen wird und eine elektronische Verarbeitung ermöglicht.

Für inländische B2B-Umsätze müssen E-Rechnungen grundsätzlich die gesetzlichen Anforderungen insbesondere aus dem Umsatzsteuergesetz (UStG) erfüllen. Als wesentliche technische Grundlage dient die europäische Norm EN 16931. Diese geht auf die EU-Richtlinie 2014/55/EU zur elektronischen Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen zurück. Daneben können auch andere Formate zulässig sein, wenn sie die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen und insbesondere eine richtige und vollständige Extraktion der erforderlichen Angaben ermöglichen.

E-Rechnung und sonstige Rechnungen im Vergleich

Eine einfache PDF-Datei und ein Scan einer Papierrechnung gelten nicht als E-Rechnung, weil ihnen der erforderliche strukturierte Datensatz fehlt.

 

MerkmalE-RechnungPDF-RechnungPapierrechnung
FormatStrukturierter elektronischer Datensatz, z. B. XRechnung oder ZUGFeRDElektronisches Dokument, z. B. PDFPapier
DatenstrukturStrukturiert; bei ZUGFeRD zusätzlich mit SichtbelegUnstrukturiertUnstrukturiert
MaschinenlesbarJaNicht bzw. nur bedingt maschinenlesbarNein
Für Menschen lesbarJe nach Format: XRechnung benötigt eine Visualisierung; ZUGFeRD enthält zusätzlich einen SichtbelegJaJa
Automatisierte VerarbeitungErmöglicht eine automatisierte Weiterverarbeitung und einen automatisierten AustauschNur eingeschränkt, z. B. über zusätzliche ErkennungErst nach Digitalisierung bzw. Erfassung
Medienbruchfreie VerarbeitungMöglichNur eingeschränktNein
B2B langfristig als Standard vorgesehenJaNein, soweit keine Ausnahme greiftNein, soweit keine Ausnahme greift

Häufiges Missverständnis: Nicht jede digitale Rechnung ist eine E-Rechnung. Entscheidend ist ein strukturiertes elektronisches Format, das elektronisch verarbeitet werden kann.

Für wen wird die E-Rechnung Pflicht?

Unternehmen müssen seit dem 1. Januar 2025 grundsätzlich in der Lage sein, E-Rechnungen für relevante inländische B2B-Umsätze zu empfangen. Für die verpflichtende elektronische B2B-Rechnungsstellung gelten Übergangsregelungen, bevor der E-Rechnungsversand grundsätzlich zum Standard wird.
 
Die Regelungen betreffen vor allem Rechnungen zwischen inländischen Unternehmen über steuerbare und steuerpflichtige Leistungen. Rechnungen an private Endverbraucher – B2C – fallen nicht unter die allgemeine B2B-E-Rechnungspflicht.

Zeitschiene der E-Rechnungspflicht

Hinweis: Für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber des Bundes und andere Behörden gelten eigene B2G-Regelungen. Grundlage sind unter anderem die EU-Richtlinie 2014/55/EU zur elektronischen Rechnungsstellung sowie die E-Rechnungsverordnung des Bundes und entsprechende Regelungen der Länder. Je nach Auftraggeber können besondere Formate, Angaben und Übermittlungswege, beispielsweise eine Rechnungseingangsplattform, vorgeschrieben sein.

 

StichtagRegelung
01.01.2025Der Vorrang der Papierrechnung entfällt. Jedes Unternehmen kann E-Rechnungen versenden. In den ersten zwei Jahren gelten Übergangsregelungen: Andere elektronische Rechnungsformate (PDF etc.) dürfen nur noch mit Einwilligung des Empfängers versendet werden.
01.01.2027Unternehmen > 800.000 Euro Vorjahresumsatz müssen B2B-E-Rechnungen versenden. Unternehmen mit ≤ 800.000 Euro Vorjahresumsatz dürfen noch sonstige Rechnungen (Papier, PDF etc.) versenden. EDI-Verfahren (Electronic Data Interchange) dürfen unverändert eingesetzt werden.
01.01.2028Alle Unternehmen müssen B2B-E-Rechnungen versenden. EDI-Systeme müssen an die gesetzlichen Bestimmungen angepasst werden.

E-Rechnung für Kleinunternehmer und kleine Betriebe

Auch Kleinunternehmer müssen E-Rechnungen empfangen können. Von der Pflicht zur Ausstellung einer E-Rechnung sind Kleinunternehmer nach § 19 UStG jedoch ausgenommen.

Gerade für kleinere Betriebe bedeutet die Empfangspflicht, dass ein funktionierender digitaler Rechnungseingang notwendig ist. Eine zentrale betriebliche E-Mail-Adresse kann ein Ausgangspunkt sein. Entscheidend ist jedoch der gesamte Prozess: Die strukturierten Daten müssen gelesen, geprüft, verarbeitet und entsprechend den geltenden Anforderungen aufbewahrt werden können.

Unternehmen ohne eigene umfangreiche Buchhaltungssoftware sollten deshalb frühzeitig mit ihrer Steuerberatungskanzlei klären, wie Rechnungen empfangen, freigegeben, an die Buchführung übergeben und archiviert werden.

Ausnahmen und Sonderfälle

Ob kleiner Handwerksbetrieb, Dienstleistungsunternehmen oder Einzelhandel: Auch kleinere Unternehmen müssen ihren Rechnungseingang auf E-Rechnungen vorbereiten.

Allerdings besteht nicht für jede Rechnung eine Pflicht zur Ausstellung als E-Rechnung.

Zu den relevanten Ausnahmen zählen insbesondere:

  • Kleinbetragsrechnungen: Rechnungen bis 250 Euro können weiterhin als sonstige Rechnung ausgestellt werden.
  • Fahrausweise: Für Rechnungen über Fahrausweise gelten Ausnahmen.
  • Bestimmte steuerfreie Leistungen: Nicht sämtliche steuerfreien Umsätze unterliegen der B2B-E-Rechnungspflicht.
  • B2C-Rechnungen: Rechnungen an private Endverbraucher sind von der B2B-E-Rechnungspflicht nicht erfasst.
  • Kleinunternehmer: Sie sind von der Pflicht zur Ausstellung von E-Rechnungen ausgenommen, müssen E-Rechnungen aber empfangen können.

Wie funktioniert eine E-Rechnung?

Bei einer durchgängigen E-Rechnungsverarbeitung werden strukturierte Rechnungsdaten erzeugt, elektronisch übermittelt, geprüft, verarbeitet, verbucht und anschließend ordnungsgemäß aufbewahrt.

  1. E-Rechnung erstellen

    Eine geeignete Faktura- oder Buchhaltungssoftware erzeugt die Rechnung einschließlich des strukturierten Datensatzes.

  2. E-Rechnung übermitteln

    Die Rechnung wird beispielsweise per E-Mail, über ein Portal oder über ein Rechnungsnetzwerk übertragen.

  3. Format validieren

    Die eingesetzte Lösung prüft, ob die E-Rechnung die technischen Anforderungen erfüllt.

  4. Inhalt prüfen und freigeben

    Rechnungsdaten werden mit Bestellung, Lieferung oder Leistung abgeglichen und intern freigegeben.

  5. Buchen und bezahlen

    Die strukturierten Rechnungsdaten können für die Finanzbuchführung und den Zahlungsprozess genutzt werden.

  6. Aufbewahren

    Die relevanten strukturierten Daten werden entsprechend den gesetzlichen Vorgaben aufbewahrt.

Welche Formate gibt es: XRechnung, ZUGFeRD und hybride Formate

XRechnung und normkonforme ZUGFeRD-Versionen gehören zu den verbreiteten E-Rechnungsformaten in Deutschland.

XRechnung

  • Aufbau: Strukturierte XML-Daten
  • Typischer Einsatz: B2B und B2G
  • Darstellung: Keine integrierte, klassische Sichtkomponente

ZUGFeRD

  • Aufbau: Hybridformat aus strukturierten XML-Daten und PDF-Sichtkomponente
  • Typischer Einsatz: Besonders im B2B-Bereich
  • Darstellung: PDF kann vom Menschen gelesen werden; XML ermöglicht maschinelle Verarbeitung

Andere zulässige Formate

  • Aufbau: Abhängig von der technischen Ausgestaltung
  • Typischer Einsatz: Je nach Prozess und Geschäftspartner
  • Darstellung: Müssen die gesetzlichen Anforderungen erfüllen

Bei hybriden Rechnungen sind für die elektronische Verarbeitung die strukturierten Rechnungsdaten entscheidend. Eine Abweichung zwischen PDF-Sichtkomponente und strukturierten Daten sollte deshalb nicht wie bei einer klassischen PDF-Rechnung behandelt werden.

Übermittlungswege: E-Mail, Portal, Schnittstelle und Netzwerk

Das Umsatzsteuerrecht schreibt grundsätzlich keinen einzigen Übermittlungsweg für E-Rechnungen vor.

E-Mail

Vorteil:

Einfach verfügbar

Zu beachten: 

Sicherheit, Manipulationsschutz und automatisierte Weiterverarbeitung müssen organisiert werden

Plattform

Vorteil:

Strukturierter Empfang bzw. Versand

Zu beachten:

Zusätzliche Einrichtungsprozesse können erforderlich sein

Schnittstelle

Vorteil:

Hoher Automatisierungsgrad

Zu beachten:

Technische Integration notwendig

Rechnungsnetzwerk

Vorteil:

Standardisierter, sicherer Austausch

Zu beachten:

Registrierung bzw. Anbindung erforderlich

Hinweis: Für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber können besondere Plattformen, Übertragungswege und Angaben erforderlich sein.

Welche Pflichtfelder gibt es für E-Rechnungen?

Für E-Rechnungen gelten grundsätzlich die umsatzsteuerrechtlichen Pflichtangaben einer Rechnung; zusätzlich müssen die Angaben korrekt in den strukturierten Daten des jeweiligen Formats abgebildet werden.

Gesetzliche Pflichtangaben

Je nach Rechnungsfall gehören insbesondere dazu:

  • vollständiger Name und Anschrift von Rechnungssteller und Rechnungsempfänger
  • Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
  • Ausstellungsdatum
  • fortlaufende Rechnungsnummer
  • Menge und Art der gelieferten Gegenstände beziehungsweise Umfang und Art der Leistung
  • Zeitpunkt der Lieferung oder Leistung
  • Entgeltanzuwendender Steuersatz und Steuerbetrag beziehungsweise Hinweis auf eine Steuerbefreiung
  • gegebenenfalls weitere gesetzlich vorgeschriebene Angaben für den jeweiligen Rechnungsfall

Technische Pflichtangaben

Bei einer E-Rechnung müssen die notwendigen Rechnungsinformationen außerdem den dafür vorgesehenen Feldern des strukturierten Formats korrekt zugeordnet sein. Welche technischen Felder verpflichtend sind, hängt vom verwendeten Format, der konkreten Rechnung und gegebenenfalls vom Empfänger ab.

Praxis-Tipp: Eine technische Validierung kann Format- und Geschäftsregelfehler erkennen. Sie ersetzt jedoch nicht die inhaltliche Rechnungsprüfung.

E-Rechnung: Beispiel und Muster

Eine E-Rechnung besteht im Kern aus strukturierten Rechnungsdaten; bei hybriden Formaten kann zusätzlich eine menschenlesbare Sichtkomponente vorhanden sein.

Ein vereinfachter Datensatz enthält beispielsweise:

  • Rechnungsnummer
  • Rechnungsdatum
  • Rechnungssteller
  • Rechnungsempfänger
  • Steuerinformationen
  • Leistungsbeschreibung
  • Rechnungspositionen
  • Netto- und Bruttobeträge
  • Umsatzsteuer
  • Zahlungsinformationen

Bei einer XRechnung liegen diese Informationen strukturiert in einer XML-Datei vor. Bei ZUGFeRD werden strukturierte XML-Daten mit einer PDF-Sichtkomponente kombiniert.

Was braucht man, um E-Rechnungen empfangen zu können?

Sie benötigen einen geeigneten Empfangskanal sowie einen Prozess, mit dem strukturierte Rechnungsdaten gelesen, geprüft, verarbeitet und ordnungsgemäß aufbewahrt werden können.

Prüfen Sie insbesondere:

Technisch

  • Ist ein geeigneter Empfangskanal eingerichtet?
  • Kann Ihre Software strukturierte E-Rechnungen erkennen und darstellen?
  • Können Rechnungen technisch validiert werden?
  • Können die Daten an Buchhaltung und Zahlungsprozess übergeben werden?
  • Ist eine ordnungsgemäße Aufbewahrung möglich?

Organisatorisch

  • Ist festgelegt, an welcher Stelle Rechnungen eingehen?
  • Gibt es klare Zuständigkeiten für Prüfung und Freigabe?
  • Sind Lieferanten und Geschäftspartner über den bevorzugten Empfangsweg informiert?
  • Sind Mitarbeitende für den Umgang mit E-Rechnungen geschult?
  • Ist der Prozess dokumentiert?

Rechtlich und steuerlich

  • Werden Echtheit der Herkunft, Unversehrtheit des Inhalts und Lesbarkeit sichergestellt?
  • Werden die maßgeblichen strukturierten Daten aufbewahrt?
  • Sind Aufbewahrungs- und Verfahrensanforderungen berücksichtigt?

Eingehende E-Rechnungen prüfen und verarbeiten

Eine E-Rechnung sollte technisch und inhaltlich geprüft werden, bevor sie freigegeben, verbucht und bezahlt wird.

Ein praxistauglicher Ablauf:
  1. Format prüfen

    Handelt es sich tatsächlich um eine technisch geeignete E-Rechnung?

  2. Validierung durchführen

    Die Software prüft Format und technische Geschäftsregeln.

  3. Rechnungsangaben prüfen

    Stimmen Lieferant, Leistung, Betrag, Umsatzsteuer und weitere Pflichtangaben?

  4. Sachlich prüfen

    Entspricht die Rechnung der Bestellung beziehungsweise tatsächlich erbrachten Leistung?

  5. Freigeben

    Die zuständigen Personen geben die Rechnung zur Buchung und Zahlung frei.

  6. Verarbeiten

    Die strukturierten Daten werden möglichst ohne erneute manuelle Erfassung an die Buchhaltung übergeben.

  7. Aufbewahren

    Die relevanten Daten werden ordnungsgemäß archiviert.

Typische Fehler: fehlende Pflichtangaben, falsche Umsatzsteuerbeträge, nicht normkonforme Dateien oder Abweichungen zwischen strukturierten Daten und zusätzlichen Darstellungen.

Eine technische Validierung ist deshalb wichtig – sie ersetzt aber nicht die kaufmännische und steuerliche Prüfung.

E-Rechnungen revisionssicher archivieren

Auch für E-Rechnungen gilt eine Aufbewahrungspflicht. Dabei sind die steuerrechtlichen Anforderungen und die GoBD zu beachten. Insbesondere müssen die relevanten strukturierten Daten in ihrer ursprünglichen Form aufbewahrt sowie die Echtheit der Herkunft, Unversehrtheit des Inhalts und Lesbarkeit gewährleistet werden.

Für Rechnungen gilt umsatzsteuerlich grundsätzlich eine Aufbewahrungsfrist von acht Jahren. 

Bei hybriden E-Rechnungen ist die zusätzliche PDF-Sichtkomponente nicht in jedem Fall gesondert aufzubewahren. Enthält sie jedoch steuerlich relevante zusätzliche oder abweichende Informationen, müssen auch diese berücksichtigt werden.

Wie führe ich die E-Rechnung im Unternehmen ein?

Für eine strukturierte Einführung im Unternehmen sollten technische und organisatorische Anforderungen ebenso berücksichtigt werden wie die rechtlichen Vorgaben.

Eine strukturierte Einführung gelingt in fünf Schritten: 

1. Rechnungsprozesse analysieren

Ermitteln Sie, wie Rechnungen heute eingehen, erstellt, geprüft, freigegeben, gebucht, bezahlt und archiviert werden. Identifizieren Sie manuelle Arbeitsschritte und Medienbrüche.

2. Formate und Übermittlungswege festlegen

Klären Sie, welche E-Rechnungsformate Ihre Lösungen unterstützen und wie Rechnungen künftig empfangen und versendet werden sollen. Berücksichtigen Sie dabei auch die Anforderungen wichtiger Kunden und Lieferanten.

3. Software und Schnittstellen vorbereiten

Prüfen Sie Ihre Faktura-, ERP- und Buchhaltungssysteme auf E-Rechnungsfähigkeit. Achten Sie auf einen möglichst durchgängigen Datenfluss bis zur Finanzbuchführung und Aufbewahrung.

4. Stammdaten und Kommunikation vorbereiten

Aktualisieren Sie Kunden- und Lieferantenstammdaten. Kommunizieren Sie bevorzugte Übermittlungswege und erforderliche Identifikationsdaten an Ihre Geschäftspartner.

5. Testen, schulen und dokumentieren

Testen Sie den gesamten Prozess mit ausgewählten Geschäftspartnern. Schulen Sie Mitarbeitende und dokumentieren Sie Zuständigkeiten sowie die neuen Abläufe nachvollziehbar.

Zusammenarbeit Steuerberatungskanzlei und Unternehmen

Mit der E-Rechnung kann der Belegfluss zwischen Unternehmen und Steuerberatungskanzlei deutlich stärker automatisiert werden.

Statt Rechnungsinformationen aus Papier oder PDF erneut zu erfassen, können strukturierte Daten direkt in nachgelagerte Rechnungswesenprozesse einfließen. Voraussetzung ist, dass Unternehmen und Kanzlei ihren gemeinsamen Prozess abstimmen.

Klären Sie insbesondere:

  • Wer richtet den Rechnungseingang ein?
  • Wo erfolgt die Rechnungsprüfung und Freigabe?
  • Wie werden Rechnungen an die Finanzbuchführung übergeben?Wer verantwortet die Aufbewahrung?
  • Welche Software und Schnittstellen werden gemeinsam genutzt?
  • Wie werden fehlerhafte oder nicht valide Rechnungen behandelt?

Für Kanzleien eröffnet die Umstellung zugleich die Möglichkeit, Mandanten beim Aufbau durchgängiger digitaler Rechnungswesenprozesse zu begleiten. Eine durchgängige digitale Rechnungsverarbeitung schafft die Grundlage, um Buchhaltungsprozesse zu automatisieren und manuelle Arbeitsschritte zu reduzieren. Strukturierte Rechnungsdaten können dafür direkt in nachgelagerte Rechnungswesenprozesse einfließen.

Was passiert, wenn ich keine E-Rechnung erstelle?

Besteht für einen Umsatz die Pflicht zur E-Rechnung und wird stattdessen eine nicht ordnungsgemäße Rechnung ausgestellt, kann der Rechnungsempfänger eine ordnungsgemäße Rechnung verlangen. Zudem können sich steuerliche Risiken ergeben.

Für Rechnungsempfänger ist insbesondere relevant, dass die Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug erfüllt sein müssen. Eine technisch oder inhaltlich fehlerhafte Rechnung sollte deshalb nicht einfach unverändert weiterverarbeitet werden.

Für Rechnungssteller kann eine nicht ordnungsgemäße Rechnung außerdem praktische Folgen haben: Der Empfänger kann eine Korrektur verlangen und die Bearbeitung oder Zahlung kann sich verzögern.

Welche Vorteile und Nachteile hat die E-Rechnung?

Vorteile der E-Rechnung

Strukturierte Rechnungsdaten schaffen die Grundlage für schnellere, stärker automatisierte und weniger fehleranfällige Rechnungsprozesse.

Vorteile für Rechnungssteller

  • Rechnungen schneller elektronisch zustellen
  • strukturierte Daten direkt aus Faktura-Systemen erzeugen
  • Rückfragen und Fehler durch standardisierte Daten reduzieren
  • Rechnungsprozesse besser automatisieren
  • Zahlungsprozesse beschleunigen

Vorteile für Rechnungsempfänger

  • Rechnungsdaten automatisiert übernehmen
  • manuellen Erfassungsaufwand reduzieren
  • Medienbrüche vermeiden
  • Prüf- und Freigabeprozesse digital gestalten
  • Rechnungen schneller auffinden und weiterverarbeiten
  • bessere Datenbasis für Buchhaltung und Automatisierung schaffen

Nachteile der E-Rechnung

Die Umstellung verursacht zunächst organisatorischen und technischen Aufwand: Systeme müssen geprüft, Prozesse angepasst, Mitarbeitende geschult und Geschäftspartner eingebunden werden.

Gerade während der Übergangsphase müssen viele Organisationen parallel mit E-Rechnungen, PDF-Dateien und Papierrechnungen umgehen. Unterschiedliche Formate und Übermittlungswege können die Komplexität vorübergehend erhöhen.

Hinzu kommt: Automatisierung funktioniert nur mit zuverlässigen Daten und abgestimmten Prozessen. Fehlerhafte Stammdaten oder unklare Zuständigkeiten werden durch die Digitalisierung nicht automatisch gelöst.

Langfristig bietet die strukturierte Verarbeitung jedoch die Chance, genau diese Medienbrüche und manuellen Arbeitsschritte zu reduzieren.

Mit DATEV die E-Rechnung zukunftssicher umsetzen

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist eine E-Rechnung?

Eine E-Rechnung ist eine Rechnung, die in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen wird und eine elektronische Verarbeitung ermöglicht. In Deutschland erfüllen beispielsweise XRechnung und geeignete ZUGFeRD-Versionen diese Anforderungen. Eine einfache PDF-Rechnung ist dagegen keine E-Rechnung, da sie keine strukturierten Rechnungsdaten für eine automatisierte elektronische Verarbeitung enthält.

Was braucht man, um E-Rechnungen empfangen zu können?

Um E-Rechnungen empfangen zu können, benötigen Unternehmen zunächst einen geeigneten Empfangskanal, beispielsweise ein E-Mail-Postfach. Für einen durchgängigen Rechnungsprozess muss zusätzlich sichergestellt sein, dass strukturierte Rechnungsdaten gelesen, visualisiert, verarbeitet und ordnungsgemäß aufbewahrt werden können. Eine E-Mail-Adresse ermöglicht zwar den Empfang von E-Rechnungen, deckt jedoch die anschließende Prüfung, Verarbeitung und Aufbewahrung nicht automatisch ab.

Welches Programm braucht man für eine E-Rechnung?

Für E-Rechnungen benötigen Unternehmen eine Software, die strukturierte Rechnungsformate verarbeiten bzw. erstellen kann. Je nach Prozess sollte sie die zulässigen Formate XRechnung und ZUGFeRD erzeugen, Rechnungsdaten validieren, an Buchführungsprozesse anbinden und eine ordnungsgemäße Aufbewahrung unterstützen können. Welche Lösung geeignet ist, hängt von den bestehenden Prozessen und Anforderungen ab. DATEV bietet unterschiedliche Lösungen für den Rechnungseingang und -ausgang.

Wie kann ich eine Rechnung in eine E-Rechnung umwandeln?

Eine Rechnung wird nicht durch Scannen oder den Export als PDF zur E-Rechnung. Entscheidend ist ein strukturierter Datensatz in einem zulässigen E-Rechnungsformat. E-Rechnungen können direkt mit einer geeigneten Rechnungssoftware erstellt, mithilfe entsprechender Konverter erzeugt und validiert oder über ein Portal erfasst und als strukturierte E-Rechnung ausgegeben werden.

Welche Pflichtfelder gibt es für E-Rechnungen?

Eine E-Rechnung muss die umsatzsteuerrechtlichen Pflichtangaben sowie die für das verwendete Format erforderlichen strukturierten Datenfelder enthalten. Dazu gehören beispielsweise der Name und die Anschrift von Rechnungsaussteller und -empfänger, das Ausstellungsdatum, die Rechnungsnummer sowie Angaben zu Leistung, Entgelt und Umsatzsteuer. Die Pflichtangaben müssen grundsätzlich im strukturierten Teil der E-Rechnung enthalten sein. Unsere Checkliste zeigt Ihnen, welche Angaben und Anforderungen Sie berücksichtigen sollten.

Was passiert, wenn ich keine E-Rechnung erstelle?

Wenn eine Pflicht zur Ausstellung einer E-Rechnung besteht, erfüllen Papier- oder einfache PDF-Rechnungen die dafür geltenden Anforderungen grundsätzlich nicht. Das kann sich beim Empfänger auf die Ordnungsmäßigkeit der Rechnung und somit auf den Vorsteuerabzug auswirken. Eine fehlerhafte oder nicht ordnungsgemäße Rechnung muss gegebenenfalls berichtigt und erneut in der erforderlichen Form ausgestellt werden.

Gilt die E-Rechnungspflicht auch für Kleinunternehmer?

Ja, Kleinunternehmer müssen E-Rechnungen empfangen können. Sie sind jedoch von der Pflicht zur Ausstellung einer E-Rechnung für ihre nach § 19 UStG steuerfreien Umsätze ausgenommen. Für den Empfang genügt grundsätzlich ein E-Mail-Postfach. Praktisch empfiehlt sich jedoch eine zusätzliche Lösung, mit der sich strukturierte Rechnungsdaten lesen, verarbeiten und ordnungsgemäß aufbewahren lassen.

Was sind die Nachteile der E-Rechnung?

Die Einführung der E-Rechnung kann zunächst zu einem zusätzlichen Aufwand führen. Die Anpassung bestehender Prozesse, die Beschaffung neuer Software oder die Durchführung von Schulungen erzeugen zunächst diesen zusätzlichen Aufwand. In der Übergangsphase müssen Unternehmen zudem unterschiedliche Rechnungsformate parallel verarbeiten. Langfristig ermöglichen E-Rechnungen jedoch stärker automatisierte Abläufe, reduzieren die manuelle Datenerfassung und Medienbrüche und können Rechnungsprozesse somit effizienter gestalten.