Steuerberater fürchten hohe Insolvenzgefahr im Mittelstand

DATEV befragt wöchentlich Kanzleien über Auswirkungen von Corona

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Grafik 1. Quelle: DATEV eG

Nürnberg, 06. April 2020: Die Einschätzung der Steuerberater zu den Auswirkungen der aktuellen Corona-bedingten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beschränkungen auf die mittelständischen Betriebe in Deutschland ist alarmierend: Im Durchschnitt werden 40 Prozent der Mandanten einer Kanzlei als insolvenzgefährdet eingestuft (Grafik 1).

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Grafik 2. Quelle: DATEV eG

Die von Bund und Ländern beschlossenen Unterstützungsleistungen werden zwar die Gefährdungslage bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen deutlich verringern. Dennoch rechnen die Kanzleien auch dann noch bei durchschnittlich 11 Prozent ihrer betreuten Unternehmen mit einer ernsthaften Bedrohung der Existenz (Grafik 2).

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Grafik 3. Quelle: DATEV eG

Aktuell lässt sich noch kein klares Meinungsbild ableiten, wie die Steuerberater die Wirksamkeit der verschiedenen staatlichen Maßnahmen einschätzen. Es ist allerdings die Sorge festzustellen, dass Leistungen nicht rechtzeitig bei den Betroffenen eintreffen: Bei den ausschließlich liquiditätsstärkenden Maßnahmen wie Steuerstundungen und KfW-Krediten fürchten dies 39 Prozent, bei den Maßnahmen ohne Rückzahlungsverpflichtung wie Kurzarbeitergeld, Soforthilfen und Steuersenkungen ist die Quote mit 32 Prozent nur geringfügig besser (Grafik 3).

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Grafik 4. Quelle: DATEV eG

Wichtig für die schnelle und reibungslose Bearbeitung der Anträge für Unterstützungsleistungen ist die Zusammenarbeit mit Behörden und Banken. Während 55 Prozent der Steuerberater Finanzverwaltungen und Sozialversicherungsträger als flexibel und unbürokratisch einstufen, hadern 41 Prozent der Kanzleien mit einer geringen Flexibilität der Banken, wofür auch regulatorische Anforderungen mit verantwortlich sind (Grafik 4).

Auch in Corona-Zeiten vertrauen viele mittelständische Unternehmen auf die Expertise ihrer Steuerberater. Sie haben fundierte Einblicke in die wirtschaftliche Situation und die Auswirkungen der Corona-bedingten Beschränkungen auf das jeweilige Geschäft. Um einen breiteren Blick auf die aktuelle wirtschaftliche Lage im Mittelstand zu erlangen, hat DATEV eine wöchentliche Befragung unter ihren Mitgliedskanzleien gestartet. 7.500 Kanzleien wurden per E-Mail eingeladen, sich zwischen dem 27. März und 1. April an der ersten Befragungswelle zu beteiligen. Zum 1. April hatten 909 Kanzleien den Fragebogen ausgefüllt.

DATEV eG

Till Stüve
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Benedikt Leder
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