Konzentration ist kein Zufall: Mit diesen Strategien trainieren Sie Ihre Aufmerksamkeit, arbeiten effizienter – und behalten auch im Chaos die Übersicht.
Text: Carsten Fleckenstein
Bei Dingen, die wir spannend finden, die wir gern tun, fällt es uns leicht. Aber wehe, wenn wir keine Lust haben, Stress haben, abgelenkt sind oder überschüttet werden mit Aufgaben: Aufmerksamkeit über längere Zeit aufrecht zu erhalten, sich zu fokussieren und produktiv zu bleiben, wird dann zu einer Herausforderung. Schnell ist es vorbei mit dem konzentrierten Denken. Es braucht Disziplin, Übung und geeignete Tools, um den Fokus zu halten. Fünf Methoden, mit denen Sie Ihre Konzentration trainieren können, um produktiver zu arbeiten.
- Zielorientierung
„Wer nicht weiß, welchen Hafen er ansteuert, dem ist kein Wind günstig.“ Diese Aussage des römischen Philosophen Lucius Annaeus Seneca ist heute so wahr wie damals. Wenn Sie kein Ziel haben, können Sie es auch nicht erreichen. Setzen Sie sich Ziele! Bleiben Sie realistisch, und überfordern Sie sich nicht. - Zeitmanagement
Priorisieren Sie! Etwa mit der Eisenhower-Matrix oder der Ivy-Lee-Methode: Legen Sie dazu die fünf bis sechs wichtigsten Aufgaben nach der Reihenfolge ihrer wichtigsten Ergebnisse fest. Erstellen Sie eine To-Do-Liste. Wieviel Zeit brauchen Sie, um die gewünschten Ergebnisse pro Aufgabe zu erreichen? Kein Multitasking! Mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen, torpediert Ihren Fokus. - Fokustraining
Die Achtsamkeitsforschung zeigt: Schon kleine Übungen, wie die Wahrnehmung des Atems, verbessern die kognitiven Prozesse, reduzieren Stress und fördern die psychische Gesundheit. Zudem trainieren Sie so die Impulskontrolle, was Sie resilienter gegenüber Ablenkungen macht und den Fokus stabilisiert. Ein Beispiel: Halten Sie inne, und werden Sie sich bewusst, was gerade passiert. Atmen Sie bewusst einige Male tief ein und aus, um sich zu fokussieren. Nehmen Sie nacheinander Gedanken und Gefühle wahr, ohne sie zu bewerten. Fahren Sie jetzt konzentriert mit Ihrer Tätigkeit fort. - Arbeitsumfeld
Reduzieren Sie Störendes und Ablenkungen für die Dauer Ihrer Aufgabe: Smartphone deaktivieren, E-Mail- und Chat-Nachrichten abschalten, Termine blocken und Einzelbüros nutzen. Arbeiten Sie zudem in festen Zeitintervallen und limitieren Sie Bildschirmzeiten. Der ursprünglich in der Schlafforschung entdeckte BRAC-Rhythmus (Basic Rest Activity Cycle) zeigt das natürliche Intervall zwischen Aktivität und Ruhe im Gehirn. Nach rund 90 Minuten lassen Leistungsfähigkeit und Konzentration deutlich nach. Legen Sie eine kurze Pause von fünf bis 15 Minuten ein. Das erhöht die Produktivität, macht Sie kreativer und vermindert Stress und Erschöpfung. - Batching
Bei dieser Produktivitätstechnik geht es darum, ähnliche oder verwandte Aufgaben zu bündeln und diese in bestimmten Zeiteinheiten zusammen zu erledigen. Das vermindert Unterbrechungen und Ablenkungen. Bearbeiten Sie zum Beispiel nicht jede E-Mail, sobald sie reinkommt, während Sie eigentlich gerade ein Konzept erstellen wollen. Erledigen Sie besser alle E-Mails am Stück. Das Arbeiten in solchen Bündeln, während eines festen Zeitblocks, lässt Sie fokussierter bei einer Aufgabe bleiben und zwingt Sie, nicht ständig den Arbeitskontext und die Tätigkeiten zu wechseln.
Kleiner Tipp: Fangen Sie erst mit kleinen Aufgabenblöcken an und vergrößern Sie diese, wenn noch Zeit übrig und keine Pause nötig ist.