Gesetzliche Änderung

One-Stop-Shop-Verfahren (OSS)

OSS ist Herzstück der Änderungen im Umsatzsteuergesetz, die am 01. Juli 2021 in Kraft treten. Das Verfahren soll den innereuropäischen Handel vereinfachen.

One-Stop-Shop (OSS) bedeutet: alle bürokratischen Schritte zur Erreichung eines Zieles können an einer einzigen Stelle erledigt werden.

Dementsprechend können inländische Unternehmer, die innerhalb des EU-Binnenmarktes grenzüberschreitend Handel treiben, sich künftig nur noch einmal steuerlich zentral beim Bundeszentralamt für Steuern registrieren. Umsatzsteueranmeldungen in den einzelnen Ländern können unter bestimmten Voraussetzungen entfallen.

Anstelle unterschiedlicher Lieferschwellen gilt künftig eine einheitliche Schwelle von 10.000 Euro (netto). Ab diesem Betrag ist die Mehrwertsteuer generell im Bestimmungsland zu zahlen. Verrechnet wird zentral mit Hilfe von OSS.

Drei neue Paragrafen im Umsatzsteuergesetz

Mit den §§ 18i, 18j und 18k UStG-E, die am 01.07.2021 in Kraft treten, will die Europäischen Union die Rahmenbedingungen für die Umsatzsteuer-Compliance im grenzüberschreitenden elektronischen Handel reformieren.

  • §18i UStG-E: Besonderes Besteuerungsverfahren für von nicht im Gemeinschaftsgebiet ansässigen Unternehmern erbrachte sonstige Leistungen
  • § 18j UStG-E: Besonderes Besteuerungsverfahren
    • für den innergemeinschaftlichen Fernverkauf
    • für Lieferungen innerhalb eines Mitgliedstaats über eine elektronische Schnittstelle
    • für von im Gemeinschaftsgebiet, nicht aber im Mitgliedstaat des Verbrauchs ansässigen Unternehmern erbrachte sonstige Leistungen
  • § 18k UStG-E: Besonderes Besteuerungsverfahren für Fernverkäufe von aus dem Drittlandsgebiet eingeführten Gegenständen in Sendungen mit einem Sachwert von höchstens 150,00 Euro.

Beim besonderen Besteuerungsverfahren handelt es sich im Falle der §§ 18i und j UStG-E um den sogenannten One-Stop-Shop und im Falle des § 18k UStG-E um den sogenannten Import-One-Stop-Shop (IOSS).

Umsetzung in den DATEV-Rechnungswesen-Programmen

Wir fokussieren uns auf die Umsetzung des Besteuerungsverfahrens nach § 18j UStG-E, da die hierunter fallenden meldepflichtigen Umsätze in der Buchführung von in der EU ansässigen Unternehmen relevant sind.

Einige Sachverhalte können in den DATEV-Rechnungswesen-Programmen bereits heute abgebildet werden, an weiteren Anpassungen arbeiten wir. Details dazu lesen Sie in folgendem Dokument in Kapitel 4:

Neue Regelungen für sonstige Leistungen, Fernverkäufe und Lieferungen über elektronische Schnittstellen / One-Stop-Shop-Verfahren (OSS) (Dok.-Nr. 1018552)

EU-weite Umsatzschwelle in Höhe von 10.000 Euro

Insbesondere die Abschaffung aller nationalen Lieferschwellen und die Einführung einer EU-weiten Umsatzschwelle soll den Unternehmern, die grenzüberschreitende Lieferungen und sonstige Leistungen an Nichtunternehmer innerhalb der EU erbringen, die steuerliche Abwicklung erleichtern.

Die EU-weite Umsatzschwelle in Höhe von 10.000 Euro führt dazu, dass mehr Onlinehändler in EU-Mitgliedsstaaten steuerpflichtig werden als bisher. Damit die Unternehmen sich aber nicht in jedem Land steuerlich registrieren müssen, wurde neben der Gesetzesreform auch auf eine technische Vereinfachung geachtet, nämlich, dass alle Sachverhalte über ein Portal abgewickelt werden können.

Aus MOSS wird OSS

Eine abgespeckte Version von OSS gab es bisher schon für elektronische Dienstleistungen unter der Bezeichnung Mini-One-Stop-Shop (MOSS). Ausgeweitet wird MOSS jetzt auf sonstige Leistungen, Fernverkäufe und Lieferungen über elektronische Schnittstellen und Marktplätze.

Das bedeutet, dass Onlinehändler, die in einem anderen EU-Mitgliedsstaat mit ihren Verkäufen an Nichtunternehmer steuerpflichtig werden, diese Umsätze über das OSS-Verfahren zentral melden können. Das Bundeszentralamt für Steuern verteilt die Meldungen sowie die Umsatzsteuer an die jeweiligen EU-Mitgliedsstaaten.

Wahlrecht

Die Steuerpflichtigen können an diesem besonderen Besteuerungsverfahren teilnehmen, sofern sie entsprechende Umsätze erreichen; sie müssen es aber nicht, haben also ein Wahlrecht. Wenn sie teilnehmen möchten, müssen sie dies vor Beginn des jeweiligen Besteuerungszeitraums anzeigen.

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