Als ich Anfang des Jahres im Sat.1-Frühstücksfernsehen über Insolvenzen sprach, war die Stimmung ernst. Frühmorgens im Fernsehstudio wird Klartext gesprochen: keine langen Analysen, keine Fachbegriffe. Nur die eine Frage: Wie steht es um unseren Mittelstand? Meine Antwort war eindeutig, und sie gründet sich nicht auf Bauchgefühl, sondern auf Daten. Der DATEV Mittelstandsindex zeigt seit 2022 eine klare Entwicklung: sinkende Umsätze, steigende Kosten, schwindende Liquiditätsreserven. Viele Unternehmen stehen seit Jahren unter Druck. Und der wird nun sichtbarer, in steigenden Insolvenz- und Arbeitslosenzahlen.

Aus unseren Befragungen wissen wir, dass die Zahl der Betriebsaufgaben stärker steigt als die der Insolvenzen. Das beschäftigt mich besonders, denn es bedeutet, dass viele Unternehmerinnen und Unternehmer aufgeben, ohne ein Sanierungsverfahren überhaupt in Betracht zu ziehen. Das ist mehr als eine Statistik. Es ist ein Warnsignal.

Die beste Informationsbasis entscheidet

Unsere Daten zeigen zudem deutliche regionale Verschiebungen. 2024 war vor allem Ostdeutschland stark betroffen, 2025 sahen wir eine Verlagerung Richtung Westen und Nordwesten. Wirtschaftliche Belastungen treffen nicht alle überall gleich, deshalb brauchen wir differenzierte, datenbasierte Einordnungen statt pauschalisierender Schlagzeilen.

Daten sind der strategische Rohstoff unserer Zeit. Wir bei DATEV sehen jeden Tag, welche Kraft in diesem Rohstoff steckt. Denn der DATEV Mittelstandsindex ist die größte konsistente Datensammlung zur Lage des deutschen Mittelstands. Seine Aussagekraft verdankt er der hohen Qualität und Aktualität der Buchführungsdaten, die täglich in Ihren Kanzleien entstehen. Gerade in angespannten Phasen entscheidet nicht das stärkste Bauchgefühl, sondern die beste Informationsbasis.

Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, verfügen über diesen Rohstoff. In Ihren Kanzleien sehen Sie Umsatzentwicklungen, Kostenstrukturen, Liquiditätsverläufe – oft früher als jede amtliche Statistik. Was Sie für Ihre Mandanten auswerten und interpretieren, bildet die Grundlage für valide, belastbare Einordnungen auf gesamtwirtschaftlicher Ebene. Ohne Ihre Sorgfalt, Ihre Systematik und Ihr Qualitätsverständnis gäbe es keine fundierten Trendanalysen, keine regionalen Differenzierungen und keine frühzeitigen Warnsignale.

Mitgestalten statt Zahlen verwalten

Rund ein Drittel der insolventen Unternehmen schafft den Neustart. Krise bedeutet eben nicht automatisch Scheitern. Aber erfolgreiche Sanierungen beginnen selten zufällig, sondern gut geplant, in enger Abstimmung mit dem steuerlichen Berater.

Mit zunehmender Nutzung von KI-Anwendungen, Plattformlösungen und automatisierten Auswertungen wächst die Bedeutung qualitativ hochwertiger Daten weiter. Doch diese entfalten nur dann Wert, wenn sie verlässlich, geschützt und richtig eingeordnet sind.

Steuerberaterinnen und Steuerberater sind nicht nur Auswertende, sondern auch Vertrauenspersonen und Datentreuhänder. Mandantinnen und Mandanten erwarten Orientierung, fachlich wie ethisch. DATEV versteht sich dabei als stabiler Anker in einer datengetriebenen Plattformökonomie: mit sicheren Infrastrukturen, validen Branchenbenchmarks wie dem Mittelstandsindex und KI-gestützten Werkzeugen, die Sie in Ihrer Arbeit unterstützen. Technologie ersetzt keine Beratung – aber sie verstärkt ihre Wirkung.

Die Lage ist herausfordernd, doch wir sind ihr nicht ausgeliefert. Wir brauchen weniger Bürokratie, mehr Investitionsanreize, eine entschlossene Fachkräftesicherung. Und wir müssen konsequent die Daten nutzen, über die wir verfügen. Nicht als Zahlenverwalter, sondern als Mitgestalter wirtschaftlicher Stabilität.