Grundsteuerreform

Die Grundsteuer wird neu geregelt. Auf den ersten Hauptfeststellungszeitpunkt am 1. Januar 2022 muss deutschlandweit eine Neubewertung der Grundstücke erfolgen.

Grundsteuert
Zeitstrahl Grundsteuerreform

Gesetzlicher Hintergrund

Das Bundesverfassungsgericht hat im April 2018 festgestellt, dass die jetzige Grundsteuer verfassungswidrig ist, weil sie gegen das Gleichheitsprinzip des Grundgesetzes (Art. 3 Abs. 1) verstößt. Dadurch war der Gesetzgeber verpflichtet bis zum 31. Dezember 2019 eine Neuregelung zu schaffen, die am 8. November im Bundesrat verabschiedet wurde. Zur ersten Hauptfeststellung auf den 1. Januar 2022 muss deutschlandweit eine Bewertung der Grundstücke erfolgen. Die Bewertung erfolgt künftig anhand der Grundsteuerwerte an Stelle der bisherigen Einheitswerte. Die Grundstückseigentümer werden von der Finanzbehörde zur Abgabe einer Erklärung zur Feststellung der Grundsteuerwerte aufgefordert. Die Anwendung der Werte erfolgt ab dem 1. Januar 2025.

Aufgaben und Herausforderungen für Kanzleien

Die beschlossenen unterschiedlichen Länderregelungen sorgen bei Immobilienbesitzern und Besitzern von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben sowie deren Steuerberaterinnen und Steuerberatern für erheblichen Mehraufwand im Alltagsgeschäft. Das Know-how muss bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zunächst aufgebaut und nachgehalten werden.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

Klärung der abzugebenden Feststellungserklärungen

Welche Mandanten sind als Grundstückseigentümer oder als Besitzer von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben von der Neuregelung betroffen? Für welche Grundstücke wird die Feststellungserklärung durch die Steuerberater übernommen?

Beschaffung Unterlagen

Welche Daten werden je nach Bundesland benötigt? Nicht alle benötigten Daten und Unterlagen liegen den Kanzleien vor.

Erstellung der Erklärung

Daten in unterschiedlichen Formaten und aus verschiedenen Quellen müssen in eine Feststellungserklärung ggf. manuell übertragen und auf Vollständigkeit geprüft werden (Daten aus Papierbescheiden, kanzleiinternen Programmen, Verträgen, externen Datenbanken wie BORIS-D und von Ämtern bereitgestellte Daten)

Freigabe und Übermittlung

Je nach Bundesland kann es zu unterschiedlichen Übermittlungsfristen kommen. Außerdem kann es für große Mandate mit vielen Grundstücken zeitaufwändig werden, jede Feststellungserklärung vor der Abgabe zu sichten und freizugeben.

Eingang und Prüfung des Bescheids

Fristen für den Einspruch beachten. Da es eine Vielzahl an Feststellungserklärungen geben wird, muss die Fristenüberwachung gut organisiert sein und möglichst automatisiert ablaufen. Außerdem wird es möglicherweise viele Einsprüche geben, da das Verfahren für alle Beteiligten neu ist.

Abschluss

Statusüberwachung des gesamten Prozesses über alle Mandanten ist notwendig und muss gut organisiert sein, da es eine Vielzahl von unterschiedlichen Regelungen auf eine große Anzahl von betroffenen Mandanten trifft. Dieser Aufwand muss innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums bewältigt werden

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