Das Branchenbarometer im Herbst 2025

Das Branchenbarometer sinkt im Vergleich zum Mai 2025 auf 117,0 Punkte (-6,1 Punkte) und fällt damit auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung. Trotz dieser Entwicklung verbleibt das Branchenbarometer mit einem Wert deutlich über 100 auf einem positiven Gesamtniveau. Klar rückläufig ist der Teilindex der Erwartungen (-8,3 Punkte auf 99,6). Der Rückgang bei der Einschätzung der Lage (-3,2 Punkte auf 137,0) fällt hingegen nicht ganz so stark aus. Damit setzt sich das aktuell vorherrschende Muster mit sinkenden Werten im Herbst und ansteigenden Werten im Frühjahr fort.

Die eigene Lage (-5,9 Punkte auf 153,2) schätzen die Steuerberaterinnen und Steuerberater deutlich schwächer ein als im Frühjahr, die Umsatzentwicklung (-0,6 Punkte auf 120,7) hingegen geht nur minimal zurück. Besonders stark fällt der Rückgang bei den Erwartungen für die eigene Kanzlei (-11,7 Punkte auf 109,1) aus und auch für die Mandanten gehen die Erwartungen klar zurück (-4,9 Punkte auf 90,1).

Anlassbezogene Sonderfragen zeigen, dass die Kanzleien die aktuelle Lage ihrer Mandantschaft etwas schlechter als im Vorjahr einstufen. Trotz einer Verbesserung gegenüber Herbst 2024 wird die Personalsituation nach wie vor am schlechtesten bewertet, gefolgt von den Personalkosten. Für das kommende halbe Jahr erwarten die Berater weiterhin sehr verhaltene wirtschaftliche Aussichten für die Mandantschaft.

Als größte wirtschaftliche Risiken für die Unternehmensmandate gelten aus Kanzleisicht nach wie vor Überregulierung und Bürokratie, steigende Arbeits-, Rohstoff- und Energiekosten sowie der Fachkräftemangel. Immerhin ist beim Thema Fachkräftemangel im Vergleich zum Vorjahr eine Verbesserung erkennbar. Für viele weitere Aspekte wird das Risiko aber höher als im Vorjahr eingestuft, besonders gilt dies für steigende Zinsen und eine wegfallende Auslandsnachfrage.

Der Abbau von bürokratischen Hürden wäre aus Sicht der Kanzleien weiterhin die am besten geeignete wirtschaftspolitische Maßnahme, um die wirtschaftliche Entwicklung der KMUs in den kommenden 24 Monaten zu verbessen. Entlastungen bei Steuern und Abgaben sowie Investitionen in die Infrastruktur sehen sie ebenfalls als gut geeignet an.

Bei Betriebsaufgaben innerhalb der Mandantschaft zeigt sich, dass diese weiterhin am häufigsten geplant sind, ungeplante Aufgaben gibt es seltener. Verlagerungen ins Ausland spielen die geringste Rolle. Im Vergleich zum Vorjahr sind die geplanten Betriebsaufgaben gestiegen.

Persönliche Gründe und eine fehlende Nachfolgeregelung sehen die Kanzleien nach wie vor als Hauptgründe für geplante Betriebsaufgaben. Bei den ungeplanten Betriebsaufgaben werden Liquiditätsengpässe noch häufiger als in der Vorbefragung als Grund erwähnt. Bei den Betriebsverlagerungen ins Ausland spielen mangelnde Rentabilität, persönliche Gründe und Schwierigkeiten bei der Anpassung an neue rechtliche und regulatorische Anforderungen eine deutlich stärkere Rolle als im Vorjahr.

Das Branchenbarometer im Frühjahr 2025

Das Branchenbarometer steigt im Vergleich zu Oktober 2024 auf 123,1 Indexpunkte, ein Plus von 3,9 Skalenpunkten. Ursächlich dafür ist ein deutlicher Anstieg des Teilindex Erwartung (+7,4). Demgegenüber zeigt sich der Teilindex für die Lage nahezu unverändert (-0,6).

Sowohl die Erwartung für die eigene Kanzlei (+9,0) als auch die Erwartung für die Mandanten (+5,8) sowie die Lage der Kanzlei (+4,6) werden besser eingeschätzt als noch im Herbst 2024. Einzig die Umsatzentwicklung wird schwächer beurteilt als in der Vorwelle (-5,8).

Das Branchenbarometer im Oktober 2024

Das Branchenbarometer zeigt im Oktober einen Wert von 119,2 Indexpunkten und rutscht damit gegenüber der vorangegangenen Befragung vom März 2024 um 3,1 Skalenpunkte ab.

Dafür ist weniger die verhaltene Bewertung der eigenen aktuellen Lage ursächlich (-1,9) als vielmehr ein deutlicher Rückgang bei dem Teilindex Erwartungen (-4,0). Dieser insgesamt negative Trend spiegelt die aktuelle gesamtwirtschaftliche Lage wider, wenngleich in anderen Branchen eine noch wesentlich pessimistischere Erwartung vorherrscht. Dementsprechend drücken vor allem die schlechten Aussichten für die Zukunft der Mandantenunternehmen auf die Stimmung (-4,7). Besonders stark ausgeprägt ist diese negative Einschätzung bei großen Kanzleien. Hier sinkt die Erwartung hinsichtlich der Geschäftsaussichten für Kanzlei und die Mandantschaft am deutlichsten um 9,8 Indexpunkte.

Anlassbezogene Sonderfragen der aktuellen Erhebung gaben darüber hinaus Aufschluss, wo aus Sicht des steuerberatenden Berufsstandes die Unternehmen ihre empfindlichsten Schmerzpunkte haben. Was diese sorgenvoll in die Zukunft blicken lässt, sind in erster Linie eine überbordende Bürokratie, Personalprobleme durch Fachkräftemangel und die hohen Arbeitskosten in Deutschland, woraus sich als Forderungen an die Politik folgerichtig Bürokratieabbau und steuerliche Entlastungen ableiten. In den vergangenen zwölf Monaten haben zudem im Durchschnitt rund fünf Unternehmensmandate einer Steuerberatungskanzlei den Betrieb aufgegeben oder sind ins Ausland abgewandert. Ein wichtiger Grund dafür ist mangelnde Rentabilität, sowohl bei den ungeplanten (43 Prozent) wie auch den geplanten Betriebsaufgaben (34 Prozent). Auch bei der Geschäftsverlagerung ins Ausland (27 Prozent) spielt dies eine Rolle. Weitere wichtige Gründe liegen in einer fehlenden Nachfolgeregelung (60 Prozent) und – bei den ungeplanten Betriebsaufgaben – in mangelnder Liquidität (46 Prozent).

Hintergrundinformationen zur wirtschaftlichen Lage des Mittelstands finden Sie auch im DATEV Mittelstandsindex .